Erste deutsche Beratungs- und Informationstelle für
Linkshänder und umgeschulte Linkshänder
 
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 Zusammenarbeit mit ... 
 Entstehung der Beratungsstelle 
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Ziele
 Schwerpunktthema
 
 
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Dr. J.B. Sattler '99 
Erste deutsche Beratungs- und Informationstelle fürLinkshänder  und  
umgeschulte Linkshänder  
Sendlinger Str. 17 
D-80331 München 

Tel./Fax 089-268614 

Öffnungs- und Beratungszeiten :  

Montag bis Donnerstag 9.00 bis 17.00 Uhr,  
Freitag 9.00 bis 13.00 Uhr 
Beratungs- und Testtermine nach Vereinbarung 
Fachliche telefonische Beratungszeit: mittwochs 14.00 bis 15.00 Uhr (089/ 26 86 14) 

Leitung: Dr. Johanna Barbara Sattler, Psychologin, Psychotherapeutin 

Die Arbeit der Beratungsstelle wird vornehmlich ehrenamtlich durchgeführt. 
 

 
 
 Entstehung der Beratungsstelle 
  
Die Erste deutsche Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder entstand 1985 als Selbsthilfeprojekt durch die Anfragen von betroffenen Eltern linkshändiger Kinder, umgeschulten Linkshändern und nicht umgeschulten Linkshändern nach Beratung und Hilfe im Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt, in dem ehrenamtliche Fachmitarbeiter zu-sammen mit der Universität tätig waren. Sehr bald meldeten sich Angehörige der verschie-densten Berufsgruppen, die mit Linkshändern zu tun haben und so kam es schnell auch hier zu Fortbildungstätigkeit und dann zur Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, Beratungsstellen und Fachleuten. Die Beratungsstelle wurde zunächst durch Zuwendungen aus der Selbst-hilfeförderung und nach zwei Jahren durch Regelförderung und durch Spenden finanziert. 
 
 
 
Problematik  
 

Umschulung der Händigkeit / Primär- und Sekundärfolgen   

Linkshänder werden auch heute noch manchmal als unbedeutende Minderheit in der Gesell-schaft angesehen. Tatsächlich machen sie aber einen weit größeren Anteil der Bevölkerung aus als offiziell angenommen wird. Die Umschulung von der linken auf die rechte Hand, haupt-sächlich beim Schreiben, die über lange Zeit gang und gäbe war, hat diese statistische Verzerrung verursacht. 

Eine Umschulung der Schreibhand führt oft zu den verschiedensten Störungen, die dann 
häufig in Sekundärprozessen falsch verarbeitet werden. Da heutzutage die Umschulung 
der Händigkeit meistens schon sehr früh (als Kleinkind und in der Kindergartenzeit) und 
oft sogar von dem Kind selbst als "Anpassungsmaßnahme" (während der Sozialisation) 
an die rechtshändige Umwelt durchgeführt wird und bei Schuleintritt das Kind phäno- 
menal rechtshändig erscheint, werden möglich Folgeerscheinungen erkannt und es kommt häufig zu einer falschen Ursachenbestimmung (Kausalattribuierung) der Sekundärfolgen. 

Primär- und Sekundärfolgen der Händigkeitsumschulung 
"Primärfolgen der Umschulung der Händigkeit können sein: 
- Gedächtnisstörungen (besonders beim Abrufen von Lerninhalten) 
- Konzentrationsstörungen (schnelle Ermüdbarkeit) 
- legasthenische Probleme (Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten) 
- Raum-Lage-Labilität (Links-Rechts-Unsicherheit) 
- feinmotorische Störungen (die sich z.B. im Schriftbild äußern) 
- Sprachstörungen (Stammeln bis zum Stottern) 

Diese Primärfolgen können sich dann in unterschiedliche Sekundärfolgen umsetzen: 
- Minderwertigkeitskomplexe 
- Unsicherheit 
- Zurückgezogenheit 
- Überkompensation durch erhöhten Leistungseinsatz 
- Trotzhaltung, Widerspruchsgeist, Imponier- und Provokationsgehabe 
- unterschiedlich ausgeprägte Verhaltensstörungen 
- Bettnässen und Nägelkauen 
- emotionale Probleme bis ins Erwachsenenalter mit neurotischen und/oder 
  psychosomatischen Symptomen 
- Störungen im Persönlichkeitsbild." 

Die Intelligenz selbst wird dadurch nicht vermindert, jedoch oft ihre Manifestation gestört. 
"Alle unter Primär- und Sekundärfolgen aufgeführten Schwierigkeiten können selbstver- 
ständlich auch ohne eine Umschulung der Händigkeit auftreten, und zwar genauso bei 
Links- wie bei Rechtshändern. Durch eine zusätzliche Umschulung der Händigkeit werden 
aber diese Schwierigkeiten, wie die Praxis zeigt, noch unverhältnismäßig verstärkt." 

Tätigkeitsschwerpunkte 

Neben Forschungen über Händigkeit, umgeschulte Händigkeit und über Rückschulungen 
von umgeschulten Linkshändern wieder auf ihre eigentlich dominante linke Hand, des Weiteren Testuntersuchungen der Händigkeit und Beratungen bei Kindern und Erwachsenen, liegt ein Schwerpunkt auf der kontinuierlichen Öffentlichkeitsarbeit als Präven-tivmaßnahme zur Verhinderung der Umschulung der Händigkeit. 

Diese Aufklärungsarbeit wird nicht nur in Bezug auf die betroffenen Gesellschaftsgruppen vollzogen sondern wesentlich ist auch die Transformation der in der Beratungsstelle und 
mit ihr kooperierenden Forschungsprojekten gewonnenen Erkenntnissen in das Wissen 
anderer Berufsgruppen, wie Ärzte, Ergotherapeuten, Heil- und Mototherapeuten, Lehrer, Psychologen und Sozialpädagogen. Dies geschieht sowohl in Seminaren und Vorträgen, 
als auch in Artikeln und durch die Weitergabe von Fachkontakten. 

Aus der Tätigkeit der Ersten deutschen Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder ist auch das im Auftrag des Bayerischen Kultusministeriums für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst erarbeitete Buch "Das linkshändige Kind in der Grundschule", das vom Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung herausgegeben wurde, hervorgegangen. Das Buch wurde 1993 über die Schulämter an alle bayerischen Grundschulen verteilt und den anderen Bundesländern zur Verfügung gestellt und dort benutzt. Es ist seit 1993 auch im Buchhandel erhältlich. 
 

 
Ziele  
  
-  Aufklärung über Linkshändigkeit und Folgen der Umschulung der Händigkeit  
-  Verhinderung von Umschulung der Händigkeit  
-  Hilfestellungen an Eltern und auch an Angehörige von Fachberufen im Umgang mit  
    linkshändigen Kindern und Erwachsenen.  

In diesem Zusammenhang ist es dringend notwendig, daß die Fragen nach dem bevor- 
zugten Handgebrauch in dem "Medizinischen Untersuchungsheft für Kinder", das in Deutschland jede Mutter nach der Geburt ihres Kindes bekommt, aufgenommen wird. 
So würden Eltern frühzeitig auf die Gefahren der Umschulung eines linkshändigen Kindes hingewiesen (erstmals im Alter des Kindes von etwa 1,5 Jahren und nochmal mit 
ca. 4,5 Jahren). Ein Infoblatt für die Eltern könnte dem Arzt helfen, effiziente Vorsorge 
zu betreiben und nützliche Hinweise rechtzeitig weiterzuvermitteln. 

- Erweiterung des fundierten und gesicherten Wissens über Chancen und Gefahren einer  
   Rückschulung der Händigkeit auf die ursprünglich dominante Hand.  
 

 
Zusammenarbeit mit ...  
 
- Universitäten, Hoch- und Fachhochschulen, Forschungsinstituten  
- postgraduellen Weiterbildungsinstitutionen, Erwachsenenbildungseinrichtungen  
- pädagogischen und medizinisch-präventiven Beratungsstellen, therapeutischen Ein-  
  richtungen und Praxen, einschl. Ergo- und Mototherapeuten und Heilpädagogen  
- Berufsvereinigung der Behandler  
- Zeitschrift Left Hand Corner  (-:  
- Interessenvereinigung für Linkshänder  
- Linkshänderinitiativen und auf Linkshändigkeit spezialisierten Fachleuten verschieden-  
  ster Berufsgruppen  
- Läden und Versandgeschäfte für Linkshandprodukte in Bezug auf die Weitergabe von  
  Adressen und fachlichen Hinweisen bezüglich Linkshandprodukten  
  
 
 
Angebote  
- Testuntersuchungen und Beratung nach telefonischer Vereinbarung 
-  telefonische Fachberatung (mittwochs 14.00 bis 15.00 Uhr und nach Vereinbarung) 
-  Versendung von Informationsmaterial gegen frankierten Rückumschlag 
   (Info-Blatt zur Schreibhaltung, Literaturtips); gegen 4,40 DM in Briefmarken (zusätzlich 
   zu obigen Unterlagen Infos zur Linkshändigkeit, Testung der Linkshändigkeit, Umschu- 
    lungsfolgen der Händigkeit) 
-  an Betroffene: Vermittlung von Fachleuten, die sich mit Linkshändigkeit auseinander- 
   setzen und praktische Hilfe leisten können und wollen. Schwerpunkte liegen im Bereich 
   der Pädagogik der Ergo- und Mototherapie, Heilpädagogik, Sozialpädagogik, sowie     
   Psychotherapie und Medizin 
-  Vorträge und Seminare für Betroffene, Interessierte und mit Händigkeit befaßte 
   Berufsgruppen. Diese Liste beinhaltet auch Veranstatungsangebote von mit uns 
   kooperierenden Fachleuten und Initiativen im deutschsprachigen Raum und wird 
   regelmäßig aktuell in der Zeitschrift Left Hand Corner  (-:   veröffentlicht (die Seminarliste 
   kann Fachleuten auf Wunsch zugeschickt werden, bitte 2,20 DM Rückporto beilegen). 
 
 
 
Literaturhinweise  
In Kooperation mit der wissenschaftlichen sowie der praxisbezogenen Arbeit der 
Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder bzw. 
durch deren fachliche Konsultation sind folgende Bücher entstanden: 
-  Meyer, Rolf W., Linkshändig? Ein Ratgeber, Humboldt-TB, München 1991, 1997 (3) 
-  Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung (Hrsg.), Das linkshändige Kind 
   in der Grundschule. Erarbeitet im Auftrag des Bayerischen Kultusministeriums für  Unterricht,  
   Kultus, Wissenschaft, und Kunst. Vertrieb Auer Verlag, Donauwörth, 1993,  1997 (7) 
-  Sattler, Johanna Barbara, Der umgeschulte Linkshänder oder Der Knoten im 
   Gehirn. Auer Verlag, Donauwörth, 1995, 1997 (4) 
 -  Sattler, Johanna Barbara, Übungen für Linkshänder. Schreiben und Hantieren mit 
    links. Auer Verlag, Donauwörth, 1996, 1997 (2) 
-  Sattler, Johanna Barbara, Schreibunterlagen-Block für Linkshänder, Auer Verlag, 
   Donauwörth, 1996, 1998 (3) 
-  Sattler, Johanna Barbara, Übungsheft für Linkshänder, Auer Verlag, Donauwörth, 
   1997, 1998 (2) 
-  Sattler, Johanna Barbara, Die Psyche des linkshändigen Kindes. Von der Seele, die 
   mit Tieren spricht. Auer Verlag, Donauwörth, 1999, 1999 (3) 
 
 
Schwerpunktthema 
Chancen und Gefahren einer Rückschulung der Händigkeit bei Erwachsenen  
 

siehe "Artikel"  
 

 
  
© Erste deutsche Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder, München (Oktober 1999)