NEUSCHULUNG-RÜCKSCHULUNG


Rueckschulung - Neuschulung
 

(Dieser Artikel ist erschienen in LHC-13 01-2001)





"Rückschulung". Je mehr dieses Wort in Fachkreisen  benutzt wird , desto mehr fragt sich der Linkshänder, der seit Jahrzehnten rechts schreibt:

Rückschulung, ja, wohin denn eigentlich ?

"Rück", wie weit, wohin genau ? Worin ? Und von dort dann wieder "Vorschulung" ? Oder ist "Rück-" zu verstehen als ein modernes Gesellschaftsspiel im Sinne von: 
"Rück vor auf das blaue Feld und ziehe eine Quirps-Karte!" ? Ginge das dann schon in Richtung: "Ver-Rücktschulung" ?

Oder ist dieses "Rück" wirklich als ein "zu-Rück"  zu verstehen ? Also hin zu einer Stelle, wo man schon irgendwann einmal war.

Dann quält wiederum die Frage des "Wohin genau?" In's Dasein als Embryo, Fötus ? In's Kindergartenalter, als vielleicht die ersten Umschulungsversuche durch dienstbeflissene Gärtnerinnen einsetzten ? In's Schul-Alter ?

Die wenigsten Linkshänder haben jemals mit ihrer linken Hand geschrieben. Insofern entspricht der Begriff  "Rückschulen" nicht ganz der Realität. Dann wäre natürlich auch der Begriff "Umschulen" hinterfragbar. Das Kind, welches mehr oder weniger rigide auf das Schreiben mit der rechten, nicht dominanten, Hand getrimmt wird, hat ja vorher meist nicht geschrieben. Es hat vielleicht, den Vater oder die Mutter beim Schreiben beobachtend, nur so "getan, als ob". Derlei "erste Flügelschläge" mögen auch noch mit der Linken vonstatten gegangen sein. Oder wechselnd, mal mit der linken, mal mit der rechten Hand. Oder mit beiden Händen.

Eigentlich sollte man eher von "Neu-Schulung" sprechen. Aber der Begriff "Rückschulung" ist besonders aufgrund der zahlreichen Literatur von Frau Dr. Sattler weit verbreitet. Also verwenden wir ihn auch hier unter der Prämisse, dass damit sehr oft eine NEU-SCHULUNG , auch bei Erwachsenen, gemeint ist.

Spätestens mit Eintritt in die Bildungs- bzw. Kultus-Maschinerie wird die endgültige Entscheidung für eine einzige Schreibhand immer dringlicher. Der spielerische Umgang mit dem "Kulturgut" Schrift wird abgelöst durch Funktionalität und Gleichschaltung. 

Diese Gleichschaltung führt dann in unzählbaren Fällen dazu, dass Linkshänder beginnen, rechts zu schreiben. Entweder nach Hinweisen von außen oder auch nur stillschweigend und mehr oder weniger bewusst "freiwillig". Anpassung, Nachahmung.

Das ist der Anfang eines Verschüttens, Einmauerns, Versteckens und Verpanzerns von einem eigentlich in Hülle und Fülle vorhandenen Hirn-Potenzial.

Durch eine Rückschulung können diese oft ganz unterschiedlichen Potenziale nach und nach frei gelegt werden und "äußern" sich dann in Ergebnissen. Sie werden von außen erkennbar, für einen selbst und die Umwelt. 

Insbesondere kann es zu einer dramatischen Änderung des Schriftbildes kommen. Man erschrickt vielleicht zunächst davor. Aber warum sollte man versuchen, sein altes mit-rechts-Schriftbild nachzuahmen ? Höchstens bei der Unterschrift (Bank) sind solche Nachahmungs-Versuche manchmal nützlich, um der Hinterlegung einer neuen mit-links-Unterschrift zu entgehen. (Von amtswegen muss bei einer Unterschrift nur der Nachname mit dem Anfangsbuchstaben und einem weiteren Buchstaben erkennbar sein.) 
 

Viele Hinweise, die dem linkshändigen Schreibanfänger nützlich sind, können auch dem älteren oder erwachsenen Schreib-Rückschüler dienlich sein. 

Genau so, wie der ganz junge,  ca. 5-7-jährige Schreiblerner kleine Gefechte mit seinem Körper auszustehen haben wird, bleiben diese kleinen Gefechte auch dem  älteren Rückschüler nicht  erspart. 

Manchmal auffallend ist die kleine Schwielenbildung  in der Gegend des vordersten Gelenkes des Mittelfingers. Davor sollte der Rückschüler nicht erschrecken. Das hat sie/er auch als Schreib-Jungspunt schon auf der Gegenseite erlebt. Nur erinnern kann man daran sich nicht immer.

Was den erwachsenen Schreib-Rückschüler viel mehr quält, ist die komplette "Umformung" seiner über Jahre oder Jahrzehnte verinnerlichten Körperhaltung beim Handschreiben. Das kann z.B. zu Verspannungen und Schmerzen im Schulter- und Rückenbereich führen.



Ein Realschullehrer (49) berichtet von seinem seit 20 (!)  Jahren laufenden Rückschulungs-Prozess:

"Trotz meiner so lange schon erfolgten Rückschulung auf die linke Hand beim Schreiben, waren bei mir Blockaden und eine motorische Unsicherheit bei vielen Tätigkeiten geblieben."

Er sieht darin eine noch immer vorhandene Störung seiner Lateralität, also Seitigkeits-Verhältnisse. 

"Durch Ohrakupunktur und Osteopathie hat sich eine wesentliche Verbesserung dieser Situation ergeben. Beide Therapieformen haben bei mir Blockaden aufgelöst oder doch stark reduziert. Außerdem habe ich sehr positive Erfahrungen mit Yoga gemacht. Hier habe ich mir von einer Yoga-Lehrerin ein spezielles Programm zusammen stellen lassen, das dem Ausgleich zwischen der rechten und der linken Körperhälfte dient."

Zum Begriff "Blockaden" erklärt  er :

"Dieser Begriff soll hier einen fehlenden motorischen Automatismus beschreiben. Tätigkeiten aller Art, ob im Sport, im handwerklichen Bereich oder das Schreiben, müssen vom Menschen zunächst erlernt werden; dann allerdings im Laufe der Zeit denkt man über die entsprechende Handlung nicht mehr nach, sie läuft automatisch ab. Eine bewusste Steuerung und Kontrolle sind dann nicht mehr erforderlich.
Einen solchen Automatismus habe ich mit der rechten Hand als Linkshänder nie erreicht. Auch die Rückschulung brachte zunächst nur sehr mäßige Ergebnisse.
Viele Tätigkeiten mussten weiterhin vom Verstand und Willen kontrolliert werden.

Dies hatte natürlich fatale Folgen. Im Sportunterricht z B. war ich nie in der Lage, einen Ball zu fangen oder zu werfen. Ich wusste nie, ob ich mit dem rechten oder dem linken Bein abspringen sollte. Dies dauerte einfach alles zu lange oder meine Bewegungen und Reaktionen wirkten dann „ungeschickt“.

Meine Bewegungsabläufe waren immer wenig koordiniert oder sie waren total überhastet. Ständig musste ich über die einfachsten Bewegungen nachdenken und sie kontrollieren. Ich war in meiner ganzen Motorik einfach verunsichert.

Eine Rückschulung muss nicht immer zu einer Verbesserung der Situation führen, sondern viele Irritationen können bleiben. Ich habe sogar von Einzelfällen gehört, in denen die Rückschulung sogar neue Irritationen hervorgerufen hat. Dies kann ich aber aus eigenem Erleben nicht bestätigen.

Heute glaube ich allerdings, dass die Rückschulung bei mir bei einem bestimmten Punkt einfach stecken geblieben war und dass die oben beschriebenen Irritationen zu einem Teil geblieben waren. Durch ein Bündel von Maßnahmen habe ich dann diesen Rückschulungsprozess fortgesetzt.

Dabei ging es gar nicht darum, Tätigkeiten mit der linken Hand zu verrichten, dies hatte ich in den letzten 20 Jahren immer schon getan, sondern ich wollte zu einem Automatismus für Tätigkeiten aller Art kommen. Dies ist mir dann über Akupunktur, Osteopathie und Yoga gelungen.

Ein solcher Automatismus entlastet das Gehirn und damit den gesamten Organismus, er schafft neues Selbstvertrauen, da man keine Angst mehr vor dem Versagen hat. Tätigkeiten laufen jetzt von alleine ab und müssen nicht ständig kontrolliert werden. Dies schafft wieder neues Selbstvertrauen, und ein sich selbst tragender Prozess kommt in Gang."
So weit der Realschulehrer.



Die Rückschulungs-Vorgänge in Gehirn und Körper sind wie eine zarte Pflanze. Ein zu viel an "Sonne" (Beleuchten des Szenarios, ständiges Beobachten, Argwohn)  kann ihr genauso schaden wie übermäßiges Gießen (Problematisieren, Bemitleiden, Bedauern) durch Dritte. All' diese Eingriffe in das Geschehen und Heranwachsen der neuen Schreibtechnik können dazu geeignet sein, die Rückschulung abzubrechen und sich wieder dem zwar eigentlich ungeliebten, da als unnatürlich empfundenen Schreiben mit rechts zu zu wenden.

In einer Rückschulung sich befindende Linkshänder, denen das spiegelschriftliche Schreiben immer mühelos von der Hand gegangen war, werden meist ein Phänomen feststellen:

Die Fähigkeit und auch der Wunsch zum Schreiben in Spiegelschrift gehen mit fortschreitender Rückschulung allmählich verloren. Dem sollte man aber nicht nachtrauern, sondern es als Indiz für einen erfolgreichen Rückschulungs-Verlauf erkennen. 


Klaudia Siegmann (41) aus Friedland schreibt im Juli 2000 (handschriftlich mit links und einigen Einfügungen mit rechts):

Wenn mir jemand letztes Jahr gesagt hätte, dass ich mich einmal mit dem Thema "linkshändig" beschäftige, hätte ich nur mit dem Kopf geschüttelt. 

Mich so wie jetzt hin zu setzen, langsam Wort für Wort mit der linken Hand hin zu schreiben, wäre mir völlig fern gewesen. Bis vor ein paar Wochen war mir meine angebliche Rechtshändigkeit selbstverständlich. Wenn ich überhaupt über Händigkeit nachgedacht habe, dann, dass ich geschickt auch mit der linken Hand bin. Aber sonst ganz ohne Frage Rechtshänder. 

Eine Frau erzählte mir, dass sie angefangen hat, sich wieder zurück auf ihre linke Hand zu schulen. Dem sei ein völliger nervlicher und körperlicher Zusammenbruch vorweg gegangen. 
Wie ich ihr so zuhörte, kam mir manches irgendwie vertraut vor. Etwas später habe ich dann in dem Buch "Der umgeschulte Linkshänder oder der Knoten im Gehirn" (Dr. J.B. Sattler) nachgelesen, was ich schon mein ganzes Leben lang kenne.

Ich fing an, vermehrt mit links zu handeln. Nach dem Lesen des Buches habe ich auch mit ersten Schreibversuchen begonnen. Jetzt sitze ich hier mit Wut und Erleichterung gleichzeitig und bringe quälend langsam und ungelenk Buchstabe für Buchstabe auf's Papier. Aber dafür bleibt mein Kopf klar und das Formulieren fällt mir leicht. Und zwar nicht nur für mich alleine in meinen Gedanken, sondern es fliesst ganz einfach auf's Papier.

Durch das Rückschulen auf meine linke Hand kommt jetzt ganz langsam wie eine zarte Pflanze eine Stabilität und Stärke in mein Leben. Als ob jemand mein Gedächtnis angeknipst hat, kommen Bilder von Erlebtem zurück. Irgendwie bin ich selbstverständlicher "Ich". Leiser, aber standhafter.

Gleichzeitig zeigen sich mit der Rückschulung aber auch andere Seiten. Es dauert alles lange. Sonst selbstverständliche Handlungen müssen in einzelne Bewegungsabschnitte unterteilt werden.

Wie halte ich eigentlich einen Stift ? Das nervt und kostet Kraft. Und ich bekomme Gefühle wie: "Nie mehr mit rechts" (=Wehmut), "Das dauert, das Rückschulen" (=Wut), "Diese ganze Zeit der Suche" (=Wut und Traurigkeit, aber auch Erleichterung). Am stärksten merke ich Wirkung beim Linksschreiben. 

Und es entsteht ein grosser Wunsch nach Austausch. Wie erleben andere eigentlich ihre Rückschulung ? Ich würde mich freuen, von Gleichgesinnten zu hören und zu lesen.


Claudia Singewald (34) aus Münstertal schrieb im August 2000:
Ende letzten Jahres hat meine Hausärztin eine Akkupunkturbehandlung bei mir angefangen, weil ich ständig Nebenhöhlenentzündungen hatte. Sie fragte mich daher, ob ich Links- oder Rechtshänderin sei und ich sagte ihr, dass ich das nicht wisse. Dass ich vieles mit links mache, aber mit rechts schreibe. Sie testete dann lange an mir herum und beschloss dann, mich wie eine Linkshänderin zu therapieren. Und sie meinte, dass das der Grund für die vielen Nebenhöhlenentzündungen sein könnte. 

Ich schäle schon seit vielen Jahren die Kartoffeln mit links, esse mit links, hacke Holz, kegle links usw., aber ich hatte bis dahin nichts zum Thema Linkshändigkeit gelesen. Ich war der Meinung, dass ich weder unter Konzentrationsstörungen noch unter sonst etwas leide, was man den umgeschulten Linkshändern nachsagt. 

Aber ich kaufte mir dann das Buch „Knoten im Gehirn“. Das Buch schlug bei mir ein wie eine Bombe! Ich war völlig durcheinander, mein ganzes Leben lief noch einmal in einem völlig neuen Licht an mir vorbei und ich wollte nun endgültig wissen, ob ich Linkshänderin bin. Mein Mann brachte mich dann auf die Idee, unter  „Linkshändigkeit“ im Internet nachzuschauen, und so kam ich zur „Linkshänderseite“. 

Ich schrieb einen Brief nach München zur Beratungsstelle und mailte an zwei Email-Adressen, die ich auf der Linkshänderseite fand. 

Frau Weber aus Markt Indersdorf antwortete recht schnell und ich schreibe ihr seither regelmäßig. 

Von der zweiten Mail bekam ich gar keine Antwort und aus München schickte man mir einige Wochen später alle möglichen Kopíen. (Gelesen hatte ich aber mittlerweile fast alles von Frau Sattler und brauchte nicht noch mehr Zettel.) 

Wenn Frau Weber nicht gewesen wäre, hätte mein Zustand der totalen Verwirrung sicher noch eine ganze Weile angehalten. Ich bekam von ihr auch einen Testtermin, aber da es bis zu ihr über 400 km sind und ich das mit meinem Job koordinieren musste, erst etwa zwei Monate später. Dann las ich im Internet von der „Zusatzqualifikation Linkshänderberatung“ und meldete mich dort an. Als ich Frau Sattler am zweiten Tag erzählte, dass ich nicht wüsste, ob ich Links- oder Rechtshänderin sei, war sie sehr erstaunt. Das sei ja so offensichtlich, dass sie sich sehr wundere über meine Zweifel. Ich fuhr also als Linkshänderin wieder nach Hause. 

Seit etwa vier Wochen übe ich nun das Schreiben mit links. Meine Schrift mit links ist besser als die meines Mannes mit rechts, aber das will nicht so viel heißen. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis ich schnell und schön genug schreiben kann, dass ich damit zufrieden bin, aber da ich beruflich hauptsächlich den Computer benutze, ist das auch nicht schlimm. Ich habe mich seit der Lektüre der Bücher von Frau Sattler schon ziemlich verändert. Ich bin mir gar nicht mal sicher, ob das Außenstehenden so auffällt. Ich kann viel besser mit meinen „Eigenheiten“ leben, z.B. dass ich recht viel meine Ruhe und Alleinsein brauche, dass ich viele Dinge anders sehe und anpacke als andere. 

Vor ein paar Tagen hat eine Freundin an meinem Computer einen Bericht geschrieben. Sie quälte sich sehr, und fing dann an, das Deckblatt zu schreiben. Da ist mir mal wieder aufgefallen, dass andere Leute der Reihe nach an eine Sache herangehen. Ich habe während meines ganzen Studiums nicht ein Mal beim Deckblatt angefangen, sondern immer mittendrin, das, was am spannendsten ist oder mir am leichtesten fällt oder so. Das Deckblatt habe ich immer zum Schluss gemacht. Soviel also zu meiner nicht linearen linkshändigen Denkweise. 

Nachdem ich mit dem Linksschreiben angefangen hatte, bekam ich öfter mal leichte Kopfschmerzen, nicht besonders störend, aber es hat mich doch beunruhigt. Mittlerweile ist das aber fast weg. Und ich war ein paar Tage lang ganz seltsam drauf, was mich auch sehr beunruhigte. Ich habe Einiges über Rückschulung gelesen und hatte schon Befürchtungen, mich völlig zu verändern. Mittlerweile weiß ich aber, dass alle Veränderungen schon in mir drin sind und nichts völlig Neues, Beunruhigendes passiert. 

Ich achte wieder mehr darauf, was ich brauche und was mir guttut. Und wehre mich auch wieder mehr. Das ist aber kein „neuer Zug“ an mir, als Kind konnte ich das noch ganz gut, es war nur irgendwie verschüttet worden. Interessanterweise ist es ausgerechnet mein Beruf, den ich nun in Frage stelle, und bis vor Kurzem konnte ich mir ein Leben ohne meinen Beruf gar nicht vorstellen. Nun habe ich tausend verrückte Ideen, was ich alles machen könnte. 

Es geht mir also sehr gut und ich bin sehr froh, dass ich endlich auf dieses Thema gestoßen bin. Mit der Rückschulung ist es wie mit Schwangerschaft und Geburt: Alle reden irgendwie, haben irgendwelche Erfahrungen, aber kaum eíner sagt einem etwas, was wirklich weiterhilft. 

Man wird verunsichert, hat „diffuse“ Ängste, was passieren könnte, z.B. „Frau Sattler hat schlechte Erfahrungen gemacht“, aber dieser Satz hilft natürlich nicht weiter. Was ist passiert? Das wäre es, was mich interessieren würde. Wie sehen diese Erfahrungen aus? Zu diesem Thema Rückschulung reicht mir das nicht aus, was ich bisher gelesen habe. Ich möchte genauer wissen, wie es anderen ergangen ist. 

Und nun noch etwas zu dem „Knoten“-Buch: Wie gesagt, es hat mich völlig umgehauen, ich hatte das Gefühl, mit irgend jemandem reden zu müssen, (mein Mann ist zum Glück ein geduldiger Zuhörer, aber das reichte mir nicht immer) und fühlte mich da ziemlich allein gelassen. Wenn jemand so ein Buch schreibt, dann muss er/sie m.E. auch mehr dafür tun, die „durcheinandergewirbelten Seelen“ da wieder herauszuführen. Nach sechs Wochen 20 Kopien zu schicken, ist da zu wenig! Es war mein Glück, dass Frau Weber sofort geantwortet hat und immer noch alle meine emails sehr ausführlich beantwortet. Aber nicht jede/r hat Internet oder findet überhaupt so eine Adresse. Ich weiß nicht, wie man dieses Dilemma lösen kann, aber ich vermute, dass viele, die dieses Buch gelesen haben, sich ziemlich allein gelassen und überfordert fühlen. 

Ich habe in der Schule immer wieder mit linkshändigen Kindern zu tun. Keines hat die richtige Blattlage beim Schreiben, einer muss sich von seinem Nachbarn die Bleistifte spitzen lassen (ich habe in Freiburg noch in keinem Laden Linkshänderspitzer gefunden), ein Mädchen kann am Ende der ersten Klasse noch keine Schleife binden und ein Junge, der auf einer unserer Freizeiten dabei war, schrieb mit links, machte aber sonst alles andere mit rechts. Hier ist noch sehr viel Aufklärungsbedarf, und ich könnte mir vorstellen, dass eine Zeitung, die hier für Eltern, Erzieher und die Kinder selber Hilfestellungen gibt, sehr interessant sein könnte. Allerdings müßte man auch davon wissen! 

Als Rückschulende bin ich sehr an Informationen Anderer interessiert, wie sie es angehen und wie es ihnen geht. 



In diesem Sinne hat sich auch Left Hand Corner von Anfang an verstanden. Wir danken den Co-Autoren recht herzlich für Ihre Betrachtungen und Denk-Anstöße. Beim aktuellen Stand von Forschung und Lehre ist ein reger Gedanken- und Erfahrungsaustausch der "Betroffenen" hilfreich und wichtig. Lassen Sie uns darin fortfahren. (-:°
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