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GITARREN, GITARREN, GITARREN
   
GITARRENHÄNDLER_UMFRAGE
BASTELECKE
LH-GRIFFTABELLE(Tabulatur)
DAS STIMMEN
 

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GITARRENHÄNDLER_UMFRAGE

Viele Linkshänder machen um Gitarrenläden einen grossen Bogen und wir ahnen auch schon, warum. .........................  
Warum muss es denn ausgerechnet Gitarre sein,  fragt der Rechtshänder und zeigt auf einen Berg  von Musikinstrumenten, bei denen die Händig-  
keit eine untergeordnete Rolle spielt:  
Kamm, Kazoo, Maultrommel, Rassel, Klapper,  Ratsche, Alphorn, Getto-Blaster, Quietschtierchen, Vogelstimme (diese klebrigen Blättchen,   
die man zwischen Zunge und Gaumen klemmt  und abzwitschert) Gartenschlauch und viele  andere mehr.   

Unbestritten, alles sehr schöne Instrumente.   
Aber:  
Handlich, polyphon (vielstimmig) und so leise,  dass man auch unter der Schwebebahn nachts  um halb eins damit üben kann, soll es sein. Und  
da gibt es beim besten Willen leider nur das eine:  

Gitarre, Gitarre, Gitarre.  

Wir haben 1997  Hersteller und  Händler von Gitarren befragt. Hierfür verschickten wir den untenstehenden Fragebogen. Das  Ergebnis bestätigt die Eindrücke der in den letzten Jahren vor Ort in  Musikgeschäften unterschiedlicher Grösse im  In- und Ausland erfolgten Recherchen.   

Niederschmetternd !   

Achtung ! Es kommt uns nicht darauf an, die  Branche mieszumachen ! Die wertvollen  Dienste des Instrumente- und Musikalienhandels,   
sowie der Hersteller für das Musikleben in der Breite der Gesellschaft sind uns bestens bewusst und werden auch gerne in Anspruch genommen.   
Was wir uns wünschen, ist ein vermehrter  Gebrauch dieses hochpraktischen Instrumentes Gitarre auch unter Linkshändern.   

Jetzt erst einmal die Fragen und ihre Ergebnisse   
(Abkürzungen: LH = Linkshänder, RH = das  Gegenteil) :  

A 1) Wieviele Gitarren insgesamt haben Sie  kontinuierlich ungefähr auf Lager ?  ca. ....Stück  

O Davon  LH   ca. .........Stück       
O Davon hin und wieder LH ca. ........ St.       
O  Davon keine LH  
   
Recherchiert wurde bei Händlern mit  durchschnittlichen Gitarrenbeständen zwischen  ca. 10 und ca. 2000 Gitarren.  

Die kleineren Händler bis ca. 500 Stück haben  nur „hin und wieder" Lefthands auf Lager, bzw.  in ihren Verkaufsräumen. Je größer der Laden,   
desto wahrscheinlicher natürlich die  Möglichkeit, dem Objekt der Begierde zu   begegnen. Ab einer Grösse von ca. 1000 Stück  darf man einen Anteil Linkshänder-Gitarren von  1-2 (in Worten: eins bis zwei) % erwarten.  

A 2) Meistens müssen LH-Gitarren separat  bestellt werden. Verlangen Sie vom  Interessenten, dass er dann auch  kauft ?    

O ja O nein  

Auch hier gilt: Je kleiner der Laden, desto  schwieriger wird´s. Das heißt: Du kannst nicht  einfach zum nächsten Musikhändler gehen und  drei bis fünf Lefthands bestellen, und dann  einfach wegen Nichtgefallens nicht kaufen.   
Worum geht´s denn eigentlich ? Es geht um´s  Ausprobieren !   

A 3) Lieferzeit für separat bestellte LH Gitarren    
O ca. 1 Woche   O ca. 2-4 Wochen      
O mehr als 4  Wochen    O sehr unterschiedlich  

Die Lieferzeiten werden generell als sehr  unterschiedlich angegeben. Unter einer Woche  läuft nichts. Es können aber auch schon mal 2 - 4   
Wochen sein.   

A 4) Welche Hersteller kennen Sie auch als  LH-Lieferanten für E- und Akustik-Git.?  (bitte max. 5   Nennungen):  

Theoretisch könnte natürlich jeder Gitarren- Hersteller auch Lefthands bauen. Tun aber nicht  alle. Die Grossen, wie z. B.  Fender oder  Gibson tun es. Sherry und Washbury tun es laut  Ralf Falk auch. Ebenso haben Firmen, die nicht   
selbst Gitarren herstellen, sondern nur unter  ihrem Namen vertreiben, Linkshänder-Modelle  lieferbar (z.B. Hohner)  

A 5) ) Die Preise für LH und RH Gitarren  sollten gleich hoch sein 
       O ja O nein  

Jaja, der Preis. Linkshand-Preise erkennt man  leicht daran, dass sie generell um ca. 10 % höher  liegen als Rechtshand. Einige Händler halten das   
„eigentlich" für nicht gerecht, aber doch für  gerechtfertigt, denn, Zitat Peter Bursch,  (Das Folkbuch S. 187, Voggenreiter, Bonn 1979) :  

„Hinweise für den Linkshänder  

Es reicht leider nicht, wenn Du die Saiten  einfach austauschst,........  
Die gesamte Verleistung in der Gitarre sowie  die Anordnung der Saiten, der Saitenlänge und  -lage müssten komplett neu gemacht und  eingestellt werden, da eben alles ausschliesslich  für den Rechtshänder ausgelegt ist. ..............  
Manche Firmen machen es sich dabei nämlich  leider ein wenig zu einfach und verlangen  gleichwohl einen höheren Betrag für die  Sonderanfertigung.  
Ein guter Fachhändler wird Dir gern helfen. ....."   

Also gut, einverstanden. Aber wir werden das  beobachten. Ein Vorschlag zur Güte: Sowohl  Hersteller als auch Händler geben jeweils eine  Hälfte des Profites ab und schlagen den Verlust  bei den Rechtshänder-Instrumenten drauf.  Gerecht wär´sschon.   
   

B 1) Wie hoch schätzen Sie den Anteil LH unter   
Gitarristen ?  
O bis 5%     
O bis 10%    
O bis 20%     
O bis ......  

Die Einschätzungen der Befragten sind sehr  unterschiedlich und liegen zwischen 5 und 20 %.  Dort, wo die Einschätzung  20% beträgt, ist aber   
der Bestand an Linkshand-Gitarren nicht  ebenfalls entsprechend hoch, sondern bewegt  sich in dem oben genannten Rahmen von 1 - 2 % .  

B 2) LH können auch auf RH-Gitarren umlernen.  Dies fällt ihnen   
O leicht   
O etwas schwer     
O sehr schwer  

B 3) Falls es LH schwerfällt, mit RH Gitarren zu spielen, sollten sie es trotzdem versuchen, da sie dann weniger  Probleme haben, an Gitarren zu kommen.    
O ja  
O nein  

Alle Befragten gemeinsam ziert das korrekte  Verständnis für die Verteilung der Bewegungsabläufe der beiden Hände beim Gitarrenspiel. Niemand empfiehlt deshalb Linkshändern, es doch einmal „andersrum" zu versuchen. Oder etwa doch ? Liebe Gitarrenlehrer, Eure Meinung interessiert uns. Davon später.  
   

B 4) Preisgünstige Anfänger-Gitarren werden meist nur für RH angeboten.   
Man kann die Saiten für LH bei geeigneten Modellen einfach umspannen. Halten Sie das  für   
O sinnvoll         
O weniger sinnvoll             
O nicht gut  

Hier gehen die Meinungen wieder deutlich auseinander. Die einen halten das für durchaus sinnvoll und empfehlenswert, die anderen für absurd bis verdammenswert. Dazu später ein paar Tips in der Bastelecke.  
   

B 5) Wie schätzen Sie den Umsatz mit LH-Gitarren für die kommenden Jahre ein?   
O fallend               
O steigend                       
O  gleich  

Die Mehrzahl der Befragten erwartet steigenden Lefthand-Umsatz. Das lässt hoffen.  
   

B 6) Können Sie sich vorstellen, in Ihren Verkausräumen so etwas wie eine „Ecke für Linkshänder einzurichten ?     O ja          O nein  

Grundsätzlich sind alle bereit, eine Ecke für Linkshänder einzurichten, die sehr grossen Händler haben sie bereits. Die kleineren allerdings scheuen sich vor der kontinuierlichen Einrichtung einer „Left Hand Corner" aufgrund der zu geringen Nachfrage.  

Fazit :  

Es kann nur besser werden.  

Unsere Empfehlungen an die Händlerschaft :  

1)  Mindestens 5 % des durchnittlichen Lagerbestandes an Gitarren  sollen Linkshänder-Instrumente sein.  

2)  Der Lefthand-Bestand soll die gängigsten Modelle für Anfänger und Fortgeschrittene mit jeweils wenigstens einem Modell widerspiegeln.  

3)  Auch billige Einsteiger-Gitarren (bis DM 300,00) sollen zu diesem Prozentsatz auf links umgespannt, zur Verfügung stehen.  

4)  Die Hersteller sollen kontinuierlich aufgefordert werden, ihre Preiskalkulation nicht nur rechts- sondern auch linkshänderfreundlich zu gestalten.  

5)  Alle Linkshänder-Modelle in den Verkaufsräumen sollen separat und deshalb leicht auffindbar präsentiert werden, um Sucherei zu ersparen.  
   

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BASTELECKE
 
 

 Umbau-Anleitung LH-Gitarre 
für Gitarren-Anfänger und solche, die es werden wollen  

Bis sich in der Gitarrenläden-Landschaft etwas entsprechend unseren Empfehlungen tut, wird sicher noch ein wenig Zeit vergehen. Nicht jeder Anfänger oder dessen Eltern, möchten gleich beim ersten Instrumentekauf  600,-- oder mehr Mark hinlegen. Um anzufangen, muss es nicht gleich etwas Supernobles sein. Eine Wald-und-Wiesen-Wandergitarre tut´s auch zunächst. Und die sind heute schon ab ca. DM 300 erhältlich. Sogar noch billigere Klampfen gibt es. Aber eben, wie gesagt, so gut wie immer nur als Rechtshänder-Geräte. Das soll uns nicht entmutigen. Wir baun sie einfach um.  

1)  Die Saiten  

Die für Rechtshänder aufgezogenen Saiten müssen abgemacht und in genau spiegelbildlicher Weise wieder aufgezogen werden. Also die dickste (E-) Saite immer oben, die dünnste (auch e-) Saite immer unten. Bevor die Saiten abgemacht werden, genau hinsehen, wie sie aufgezogen sind, damit Du sie wieder genauso draufkriegst. Anleitungen dazu findest Du in allen gängigen Gitarren-Lehrbüchern für Anfänger, z.B. Dietrich Kessler, „Einstieg ins Gitarrenspiel", Band 1, KDM Verlag. (Natürlich gibt´s auch die nur für Rechtshänder. Noch.)   

Ein Problem kann auftauchen, wenn Du die dicken (Bass-) Saiten durch die Führungen für die dünnen Saiten fädeln musst. Prüfe vorher schon beim Händler oder lass Dich beraten. Am Steg und am Sattel laufen die Saiten durch kleine Führungsrillen, die besonders am Sattel für die dicken Bass-Saiten zu schmal sein könnten. In den meisten Fällen passt es aber grade so. Zur Not kann man durch vorsichtiges Feilen die schmalen Rillen etwas verbreitern.  

2)  Der Hals  
Die Gitarren haben zur Orientierung sogenannte Bundmarkierungen auf dem Griffbrett. Damit diese auch während des Spielens vom Spieler selbst gesehen werden können, sind diese Markierungen nochmals in klein auf der Oberseite des Halses angebracht und gerade für den Anfänger sehr hilfreich. Natürlich wirst Du auch diese meist kleinen, weißen Punkte nur auf der falschen Seite vorfinden. Macht nichts. Basteln ist angesagt:  

Nimm einen Winzlings-Hand-Holzbohrer und bringe an den spiegelbildlich richtigen Stellen kleine Vertiefungen, ca. 1 mm, an. In diese Vertiefungen kannst Du dann ein wenig weisse Farbe, am besten Wachsmalkreide, drücken. Und schon hast Du eine unverwechselbare Lefthand-Billiggitarre.   

3)  Der Ton  
...macht bekanntlich die Musik. Und dieser klingt bei dermaßen umgefriemelten Gitarren laut Aussagen von puristisch eingestellten Rechtshändern, „nicht so, wie er soll „ . Aber, liebe Linkshand-Gitarristen, lieber diese Töne, als gar keine. Die Verleistung im Inneren des Gitarrenkörpers können wir natürlich nicht auch noch umbauen. Jedoch, der Klangunterschied ist minimal und von normal Sterblichen nur schwer oder garnicht festzustellen.  
Das Einzige, was letzten Endes hilft, ist üben, üben, üben.  

Viel Spaß dabei ! 

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LH-GRIFFTABELLE(Tabulatur)

Tabulaturen sind undeutlich !!

Denn -sie sind fast immer,  jedenfalls in gedruckter Form für 
   Rechtshänder gemacht.

Denn  -sie sind in Nuancen realitätsfremd . Und zwar dort, wo die Finger der rechten Hand ganz dicht beieinander liegen auf dem Griffbrett. Deshalb zeigen wir hier in möglichst großer Klarheit, dass die Finger der rechten Hand bei eng zu greifenden Konstellationen eben nicht knechtisch hintereinandergepresst sind, sondern immer leicht versetzt, je nach Wurstigkeit oder Nicht-Wurstigkeit derselben. Wichtig ist einzig und allein, dass der Akkord klar erkennbar und ohne ätzende Schnalz- , Schepper- oder andere Rassel-Geräusche daherkommt. Wichtig ist weiterhin, dass klargestellt ist, aus welcher Perspektive die Tabulatur zu sehen ist. In der Literatur gibt es nämlich durchaus unterschiedliche Darstellungen. Bei unserer Darstellung liegt die Gitarre mit Korpus links, Schall-Loch oben und Hals nach rechts einfach vor dem wie auch immer dicken oder dünnen Bauch. Die rechte Hand schleicht sich von unten vorn an das Griffbrett heran, schmiegt sich um den Hals des Instrumentes und versucht zu erinnern, dass vier ihrer fünf Fingerspitzen Nummern tragen, nämlich:

1 = Zeigefinger
2 = Mittelfinger 
3 = Ringfinger
4 = kleiner Finger

Hier also die wichtigsten, relativ einfach zu greifenden Akkorde, mit denen man auch schon als Anfänger jede Menge Spaß haben kann, vorausgesetzt, die eigenen Empfindungen haben freien Auslauf . Wenn ein Saite durchgestrichen ist, wird sie nicht gespielt.

5 Grundsätze sind Bedingung für kontinuierlich wachsenden Spielspaß:

1. Regelmäßig spielen, d.h. am besten jeden Tag
2. Beim Zusammenspiel mit anderen aufeinander „stimmen“, aufeinander eingehen.
3. Zwei Gitarren anschaffen, denn manchmal ist eine krank 
4. Wenn dich deine Haupt-Übungsstücke langweilen: Probiere spielendNeues.
5. Bist du Linkshänder, spiele links. Bist du Rechtshänder, umgekehrt.

LH-Tabulatur A D E G C

LH-Tabulatur a d e F H

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DAS STIMMEN

Das Stimmen ist nicht schwer.

Schau erst einmal, ob die Fingernägel Deiner rechten Hand überhaupt spieltauglich sind. Wenn sie nämlich zu lang sind, wird das nur sehr schwierig was. Die Dinger gehören ab. Und zwar soweit, wie Dein Schönheitsgefühl, Dein Fingerspitzenkörperbau und Dein Musikgefühl einen Kompromiss finden können. Um es kurz zu sagen: Möglichst kurz. 

Im Laufe der ersten Spielmonate bildet sich auf den Fingerspitzen Hornhaut, ist aber je nach Technik unterschiedlich. Je intensiver und je mehr Richtung Fingerspitze auf die Saiten gedrückt wird, desto auffälliger wird die Hornhautbildung sein. Darunter leidet dann ein wenig das Tastgefühl in den rechten Fingerspitzen. Deshalb werden Deine „Fühler“ die Fingerspitzen deiner richtigen, linken Hand sein.

Je nach Lockerheit Deiner Greifhand wirst Du 5 oder 10 Minuten ohne große Ermüdung der Greifhand durchspielen können. Wenn sich nach längerem, greifintensivem Spielen leichte Schmerzen oder ein krampfartiges Gefühl in der rechten Hand einstellen: Mach einfach ein bisschen Stretching ! Drück’ die Hand gegen Wand, Oberschenkel oder was auch immer. Finger leicht gespreizt, schön dehnen und stretchen. Tut gut. Mit der Zeit wird das Greifen immer leichter gehen und Du wirst feststellen, dass Deine wichtigste Hand die Spielhand ist, also Deine Linke. Das von Anfängern immer gefürchtete Greifen wirst Du nach einigen Monaten oder Jährchen gar nicht mehr großartig bewusst wahrnehmen. Du wirst immer ökonomischer mit Deinen Kräften umgehen, der Daumen der rechten Hand wird zusehends öfter nach oben schleichen und so zur kräftesparenden Greifweise mithelfen.

Grundsatz muss sein, dass Du ein ganzes Konzert durchstehst, ohne fingerbluttriefend die Bühne oder auch das Wohnzimmer zu verlasssen. Durch tägliches Spielen wird sich allmählich der Körper insgesamt an die Haltung und Belastung der betroffenen Körperpartien gewöhnen und an den wichtigen Stellen kleine Veränderungen vornehmen. Also immer nur so fest aufdrücken, wie gerade nötig. Je besser der Bau der Gitarre und je geschmeidiger und neuer die Saiten, desto leichter fällt das Ganze. 

Das STIMMEN ist nicht schwer.

Es erfordert mal ein bisschen mehr------und mal ein bisschen weniger---------- Zeit . Die Dauer ist sehr abhängig davon, ob sich vor Deinem Übezimmer gerade ein Presslufthammer zu schaffen macht, Dich Deine Schwiegermutter anraunzt, das Müllauto tost oder Du einfach schlecht drauf bist. Stimmen ist nicht schwer, manchmal lästig aber meist nicht unwichtig. Vor allem im Zusammenspiel mit anderen sind aufeinander abgestimmte Instrumente einem barocken Wohlklang dienlich. Aber auch aufeinander abgestimmte Menschen gehören zu einem lustvollen Musikerlebnis. Versucht euch nicht gegenseitig zu übertrumpfen, sondern passt euch einander je nach den technischen Möglichkeiten an

Schau nach, ob Du irgend etwas findest, das einen definierbaren TON von sich gibt. Zur Not nimm das Telefon und orientiere Dich am Freizeichen, welches in etwa dem Ton A entspricht. Die dicke fette A-Saite müsste also eine Oktave (=genau so, nur acht Töne tiefer) tiefer, als dieser Ton klingen. Oder Du drückst diese A-Saite im 12. Bund, dann müsste sie etwa wie das Telefon klingen  Am besten durch Nachsingen-summen ausprobieren. Mir kommt der Telefon-Ton etwas zu hoch vor. Aber, zur Not geht´s.

Oder vielleicht eine Blockflöte, Mundharmonika ? Am besten immer am Ton A orientieren. Und am schönsten ist das ganze mit einer STIMMGABEL ! Das Ding an einer z.B. Tischkante mit den „Hörnern“ anschlagen und dann das kleine Metallköpfchen zart auf den schönen Körper der Gitarre setzen. Ein Ton erklingt ! Wie schön ! Also:  Stimmgabel kostet nicht viel, nützt viel, hält lange und ist in A. Die A-Saite klingt dann zwei Oktaven tiefer, als die Stimmgabel. 

Die Grundstimmung und ein Merkspruch:

Dicke Saiten...................... Dünne Saiten..................................
    E   A   D                             g   h   e
Eine  Alte  Dumme            Gans  hat   Eier

Natürlich genügt es auch, besonders mit wachsender Routine, einfach nach Gehör zu stimmen, ohne knechtische Anlehnung an einen Referenz-Ton. Ganz individuell wird jeder seinen für sich  angenehmsten Stimmweg finden unter „Verwendung von Oktav- und Akkordgriffen“. (Heinz Teuchert, „Gitarrenschule“ Band 1, 1967, G.Ricordi &Co.)

Neben der hier erklärten Grundstimmung für Gitarre gibt es auch noch andere Stimmungen, vor allem die sogenannten „Offenen Stimmungen“. Der Vorteil bei dieser aus dem Blues stammenden Stimmweise ist, dass ein reiner Akkord erklingt, ohne (rechts) greifen zu müssen. Besonders geeignet für „Bottleneck“-Spiel mit Fingern, Flaschen oder Metall-Zylindern (Sliding). Wenn gerade keine LH-Gitarre greifbar ist, kann mit einer offenen Stimmung zur Not auch (links herum) mit einer RH-Gitarre gespielt werden.  Eine der gebräuchlichsten offenen Stimmungen ist:

       Dicke Saiten.........................Dünne Saiten..................................
          D   A   D                              f#   a   d
Dumme  Alte   Dumme           Füllen   altern   dumm
 

Die übliche Grundstimmung:

Zuerst die dicke A-Saite stimmen, wie oben erklärt. Dann:
Drück im 5. Bund die fette A-Saite. So soll die nächst-dünnere D-Saite klingen. Dann:
Drück im 5. Bund die D-Saite. So soll die nächst-dünnere g-Saite klingen. Dann:
Drück im 4. Bund die g-Saite.  So soll die nächst-dünnere h-Saite.klingen.  Dann:
Drück im 5. Bund die h-Saite.  So soll die dünnste und letzte  e-Saite klingen. Zuletzt:
Drück im 5. Bund die fette E-Saite und sie soll klingen wie die nächst-dünnere A-Saite.

Feddisch, sachde Hess. Dies war die „Grobstimmung“. Also muss es auch eine „Feinstimmung“ geben. Gibt es. Sie wird erreicht durch Stimmen der einzelnen Akkorde. Beginnen mit dem Akkord „G“, dann z.B. „C“,  „A“, „E“, „D“. (s. Grifftabelle) Am allerschönsten allerdings ist es, sich an einem geliebten Musikstück, sei’s nun ein Blues von Eric Clapton oder ein barockes Menuett , zu orientieren. Einfach probieren. Das Mitspielen mit CD-Musik, vor allem, wenn kein leibhaftiger Spielpartner sich bietet, macht Spass und erfrischt.

Noch was: Wenn sich die Saiten um’s Verrecken nicht stimmen lassen, kann das mehrere Gründe haben. Vielleicht ist der Hals verzogen, weil das Instrument zu oft und zu lange mit dem Rücken zur Wand gestanden hat ? 

Tipp: Es ist sinnvoller, die Gitarre mit dem Gesicht zur Wand oder welcher Abstützung auch immer, hinzustellen. Dann wirken nämlich die Wahnsinns-Zugkräfte der Saiten nicht so intensiv auf das Gebälk. Dieser Tipp stammt von dem bekannten Blues-Gitarristen Ralf Falk aus Wuppertal.

Oder sind vielleicht die Saiten schon uralt ? Wenn du täglich eine Stunde spielst, kann man nach ca. einem halben Jahr durchaus von "uralten" Saiten reden. Nicht nur, dass sie sich schlechter stimmen lassen, auch der Klang wird flacher, kürzer, matter. Also Saiten regelmäßig wechseln, je nach Geldbeutel. Günstig ist auch, immer einen Satz  Ersatzsaiten griffbereit zu haben, denn manchmal reißt eine beim Stimmen oder auch beim Spielen. 

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