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FUSSBALL

Fussball-Stillleben mit Joerg Boehme-Gedaechtnisball

Wuppertal. Oktober 2005/April 2006. 
Bleibt der linke Außen verwaist?

Da wackelt die Vorfreude nach den unglaublich schlechten Leistungen der Nationalmannschaft so kurz vor der WM 2006, auf die wir uns alle gerne freuen möchten, egal ob Links- oder Rechtsfuß. 

(Als kleiner Vorab-Trost für alle leidenden und vielleicht auch selbst kickenden, sockenden oder zockenden Fußballfreunde und somit Sachverständigen ist oben ein "Jörg-Böhme-Gedächtnis-Ball"-Bild mit dem Nötigsten, einer Ballpumpe und einer Fußball-Zeitung, eingeblendet.)

Wie sagte unlängst ein sachkundiger Fußball-Reporter im WDR-2-Radio?
". . . und da er kein Linksfuß ist, muss er immer wieder zurückspielen, statt nach vorne zu gehen . . . " Das trifft fast wortgenau unseren Nachtrag zur EM 2000. Da war das Dilemma auch schon zu beobachten. Oder bei der WM 1998. Oder bei der WM 2002. Es wird langsam langweilig, ich weiß. Aber es ist halt so, und so verdammt einfach: Linksfüßer spielen links, Rechtsfüßer spielen rechts, alle dürfen Tore schießen. So einfach kann Fußball-Filsofie sei. 

Was sollen Spieler wie Lahm oder Schweinsteiger links reißen, wenn sie Rechtsfüßer sind?

Was soll ein Spieler "Jansen" links reißen, wenn er allein auf weiter Flur ist? Vor ihm nur rechts-Füßler, die drüben, ja dort drüben, ja, genau dort, auf der rechten Seite viel besser aufgehoben wären. 

Wo sind die revolutionären Links-Fußballer vom Format eines Jörg Böhme, Michael Tarnat, Diego Maradona, Zinedine Zidane und vieler anderer? (Namensliste 1998 siehe unten).

Klinsi (Herr Klinsmann) und Löwi (Herr Löw), ein Dank schon an dieser Stelle:
Ihr habt bisher noch keinen Linksfuß auf der rechten Seite eingesetzt. Aber seid so gut: Nicht auch das noch. 
 
 

Daumenkino Elfmeter mit Links



Nachruf für den tragischen Linkshänder
Robert Hoyzer

Tragischer Linkshaender Robert Hoyzer
 



 

Unser nimmermüder Appell, der auch für die Fußball-EM-2004-Portugal gilt:
Deshalb sollten die Trainer, besonders bei den Nachwuchsspielern, den dominanten Fuß fördern, da- mit die Kinder nicht durcheinander kommen, sich nachteilige Automatismen einüben und später ver- sehentlich mit dem falschen Fuß spielen. 
aus: G e n i a l e r   l i n k e r   F u ß
Eine etwas andere Interpretation des "Magischen Dreiecks" 
von Alan Cizek, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Beratungs- und  Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder in München.
(Näheres siehe weiter unten).


Ein Wuppertaler Traum
Wuppertal. 30.5.2004. Zur tollen Saison des Wuppertaler SV 2003/4: Was "der Kleine" und "der Maler" erleben, als sie träumend sich vom Ölberg tummeln.

Die Stadt war im Begriff, in Aufruhr zu geraten. Schon jagten die ersten WSV-Fahnen-bestückten Autos unter Dauerhupen die Hochstraße hinauf. Der Kleine landete auf dem Sozius einer Vespa, irgend jemand drückte ihm mit dem Schrei : „WSV ERSTE LIGA!!!“, eine blau-rote Fahne in die Hand, dann Abflug hinab zur Gathe.

Die Wuppertaler Rundschau hatte zum ersten Mal seit ihrem Bestehen ein Extrablatt vorbereitet, in Rot und Blau: WSV ERSTE LIGA!!! WSV gewinnt das letzte und entscheidende Spiel zum Aufstieg in die Bundesliga 2 : 0!!!

Mitte der Ersten Halbzeit, beim Stande von 2 : 0,  hatte man mit dem Druck begonnen.  Mitte der zweiten Halbzeit, um das 3 : 0 herum, war der Hubschrauber bereits beladen. Direkt nach Spielschluss sollte er starten. Jetzt, kurz vor halb sechs, wurden die ersten Exemplare aus etwa 400 m Höhe über dem Laurentiusplatz abgeworfen.

Eins davon fächelte dem Maler direkt in die Hände. Als er unten in der Luisenstraße ankam, düste gerade der Kleine auf der Vespa an ihm vorbei. Vor allen Kneipen freibiertrinkende Leute. Kirchenglocken. Die ganze Stadt war eine einzige Gegengerade. Der Ölberg wurde zum gigantischen Altan, von dem aus das blau-rote Feuerwerk am besten zu sehen war. Der ehemalige Landesvater und Bundespräsident ließ es sich nicht nehmen, auf dem Laurentiusplatz fahneschwingend eine launige Rede zu halten. Erst am nächsten Tag gegen 14 Uhr 30, als Regen einsetzte, flachten die Feierlichkeiten ab. Blau-rote Zebrastreifen überall. Leere Flaschen, Extrablätter, Feuerwerksrückstände, da und dort auch Erbrochenes. Die Stadt schlief in glücklicher Erschöpfung. In der Fußgängerunterführung Robert-Daum-Platz saß ein Gitarrist mit seinem Lied:

Fußball, Fußball, Fußball ist geil,
Schießt ihn, schießt ihn niemals zu steil!
Knallt ihn, knallt ihn, knallt ihn durchs Netz!
WE ÄÄS VAU, WE ÄÄS VAU Meister schon getz!

Irgendwann schlief auch er ein und versank in rot-blauen Träumen.
Die Aufräumungsarbeiten dauerten drei Tage.


2 Vorlagen zur WM-2002 31.5.-30.6.

Frankfurt/Main. 22. Mai  2002. Fussball-Gott gibt DFB Hinweise. Nein, wie schön ! Es geschehen noch Zeichen und Wunder ! Im Fussball ist eben alles möglich und so nun auch die WM-Teilnahme des bei Schalke sehr erfolgreichen, hauptsächlich links schiessenden Jörg Böhme. "Da fehlt jetzt nur noch Martin Max", sagt sich mancher Fussball-Experte. Jedenfalls ist die aktuelle "KICKER"-Bildtafel jetzt schon wieder sehr veraltet. Wenn Rudi Völler weiter solch ein Glück hat, könnte es eigentlich doch noch etwas über die Vorrunde hinaus und Jörg Böhme zum "deutschen Zidane" werden. Allen : HippHippHurra + Toitoitoi ! 

Frankfurt/Main. 19. Mai 2002. Das schnellste Objekt auf dem Spielfeld ist der Ball. 
Diese Erkenntnis formulierte der argentinische Weltmeister-Trainer César Luis Menotti in einem großen Interview in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. "Linken" und "rechten" Fussball unterscheidend, verwendet er links eher aufwertend, rechts eher abwertend: " Der rechte Fussball denkt an Gewinnmaximierung, der linke an die Vermittlung von Lebensfreude". Der deutschen Mannschaft räumt er zwar höflich  "schon alleine aufgrund der Erfahrung" Titel-Chancen ein,  . . . "Aber ich weiß nicht, ob sie den Verfeinerungsgrad entwickeln können, den es braucht, um Weltmeister zu werden". Dannschaumerhalldemalgelle, Rudi (-:°


Ein kurzer Nachtrag zur EM 2000

21. Juni 2000. Im Juli 1998 veröffentlichten wir nach der verpatzten WM die beiden unten stehenden Artikel 

"Genialer linker Fuss" und
"Fussball-WM 1998 Frankreich.  Ein Left Hand Corner - Rückblick"

in LHC-04. Leider scheint Ex-Berti-Nachfolger Erich Ribbeck (der Wuppertaler) auf dem linken Auge noch blinder zu sein, als sein Vorgänger. Deshalb sind diese Artikel aktueller, denn je. Es bleibt weiterhin zu hoffen, dass die (Alt-) Herren beim DFB jetzt endlich einmal aufwachen und sich klar machen, wo rechts und links ist.
Da gab es nur den Linksfuss Paolo Rink (Bayer Leverkusen), allein und auf verlorenem Posten, weil von hinten (links oder rechts) keine brauchbaren Bälle kamen. Und es gab einen Spieler namens Linke. Trotz dieses wohl klingenden Namens ist der Letztere ein Rechts-Fuss, Herr Ribbeck !
Und wenn der dann auf der linken Seite spielen muss, legt er naturgemäss zu oft den Rückwärtsgang ein. Dies war im letzten Spiel gegen Portugal bis zum Erbrechen zu beobachten. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, doch sehen wir mit Bangen der WM 2002 entgegen.

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Fallrueckzieher mit links


(aus Left Hand Corner 04  07-1998) 

SPORT  Fussball
G e n i a l e r   l i n k e r   F u ß
Eine etwas andere Interpretation des "Magischen Dreiecks" 
von Alan Cizek, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Beratungs- und  Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder in München 

Giovane Elber ist ein begnadeter Fußballspieler. Aus dem Land der Ballzauberer (Brasilien)  kam er vor vier Jahren nach Deutschland, um der Bundesliga seine Spielkunst zu zeigen. Gerade für den VfB Stuttgart und für seine Fans war er Gold wert. Seine Dribblings, seine Schußstärke, seine Tricks und seine Tore waren schon eine Augenweide. Er trug maßgeblich dazu bei, dass der Club 1997 sich den DFB-Pokal holte. 

Unter Fachleuten und unter den Fans galt Giovane als der beste Spieler der Bundesliga. Durch seine hervorragende Spielweise wurde unter anderem auch der FC Bayern München auf ihn aufmerksam und dieser kaufte ihn für eine Rekordsumme (ca. 12 Millionen DM). Man erhoffte sich von ihm, daß der FC Bayern München dadurch noch erfolgreicher werden könnte. Aber schon nach den ersten Bundesligaspielen kam die Ernüchterung: schwache Spiele, wenig Tore, kaum gelungene Dribblings und das Wichtigste, kaum Spielfreude. 
Wie konnte das geschehen? 

War der Münchner Föhn daran schuld? Oder die Weißwürste und das Bier ? Wohl kaum! Eher wahrscheinlich die Spielweise von München. In Stuttgart konnte Giovane sich richtig entfalten. Mit seinem linksfüßigen Freund Krassimir Balakov und seinem rechtsfüßigen Freund Fredi Bobic bildete er das sogenannte "MAGISCHE DREIECK". Er verstand sich mit diesen Kameraden förmlich blind. Ein kleines Zeichen mit dem Finger oder ein Augenwink und die anderen Spieler wußten, welcher Spielzug zu machen ist. 

Sicher, eine gewisse Gewöhnungszeit braucht jeder. Aber beim FC Bayern 
München dauerte es lange, bis er einen kongenialen Spielpartner fand. Bei der Mannschaft fehlte ihm das "Magische Dreieck".  Leider gingen so einige Spiele verloren, die seinen Marktwert etwas sinken ließen und seinen Traum, in die brasilianische Nationalelf zu kommen, in weite Ferne rückte. 
Das Beispiel Giovane Elbers ist typisch für einen Linksfüßer/Linkshänder. Wenn man ihn sich frei entfalten läßt, kann er einer der besten Spieler der Welt sein. Wenn er aber keine ihm entsprechenden Mitspieler hat, die auf seine Art richtig reagieren und die zueinanderpassen, dann wirkt er, trotz aller Bemühungen, wie ein Fremdkörper und wird so häufig ausgewechselt, bis er frustiert einen anderen Club suchen will. 
Fußball ist zwar ein Mannschaftssport, aber große Spieler müssen immer wieder mal eigene Wege gehen und gerade das macht sie berühmt und auch gefürchtet. Linksfüßer sind häufig ausgeprägte Individualisten und brauchen bestimmte Freiheiten, um sich zu entfalten. Auch Giovane Elber braucht diese Freiheiten, die er beim VfB Stuttgart oft bekommen hat, bei den Bayern größtenteils aber nicht. 

Linkshänder/Linksfüßer sind oft ein bißchen genial, aber auch ein bißchen exzentrisch, wie das Beispiel Diego Maradona zeigt, dessen Eskapaden berühmt sind: Genialer Spieler, aber auch ein schwieriger Charakter. 

“Händigkeit ist Hirnigkeit“ sagt Frau Dr. Sattler in ihrem Buch “Der umgeschulte Linkshänder oder der Knoten im Gehirn““. Das gleiche gilt für die Füße! 

Jeder hat einen dominanten Fuß. Beidhänder und Beidfüßer gibt es in dem Sinne nicht, daß beide Füße oder Hände gleich gut in der gleichen Tätigkeit sind. Meist sind dann beide eher schlecht. 

“Den anderen Fuß hat er nur, damit er nicht umfällt“ heißt eine Floskel, die von vielen Reportern immer wieder zitiert wird. Um dies zu verhindern, setzen manche Trainer das absurde Argument in die Praxis um, schon bei den Jüngsten, bei Verdacht auf Unregelmäßigkeiten den schwächeren Fuß verstärkt zu trainieren, damit die Spieler zwei gleich starke Füße bekommen. Beidfüßigkeit habe den Vorteil, jede Position spielen zu können und damit den Gegner zu verwirren und im Bedarfsfall einen Mannschaftskameraden auf jeder Position zu ersetzen. Auch das ist eine unzulässige Umschulung! Denn das bedeutet nichts anderes, als den dominanten Fuß zu schwächen und den anderen möglicherweise zu überfordern. Außerdem wird dabei oft vergessen, daß auch die eigenen Spieler verwirrt werden können (gerade bei den Anfängern), wenn sich einer bei (fast) jedem Spiel anders verhalten muß. 

Wieviele gerade unter den jüngeren Spielern scheitern an dem beidfüßigen Training und wenden sich enttäuscht von diesem Sport ab? 

Wie mittlerweile bekannt ist, steuert die rechte Gehirnhälfte die linke Körperseite. Also den linken Arm, die linke Hand, die linke Hüfte, das linke Bein, das linke Knie und den linken Fuß. Und die linke Gehirnhälfte macht das genau andersherum. Die Nervenbahnen kreuzen sich also einmal. Wenn man nun den falschen Fuß trainiert, aber die richtige Händigkeit hat, dann kommt es zu Belastung der nicht dominanten Gehirnhälfte und wenn es sich um einen Profispieler handelt, dann ist es eine andauernde Falsch- und unnötige Überbelastung des Gehirns. In der Praxis zeigen sich dazu unter Streß gravierende Fehlleistungen. 

Deshalb sollten die Trainer, besonderes bei den Nachwuchsspielern, den dominanten Fuß fördern, damit die Kinder nicht durcheinander kommen, sich nachteilige Automatismen einüben und später versehentlich mit dem falschen Fuß spielen. 

Die möglichen Folgen: 
-Die Freude am Fußballspielen geht verloren. 
-Fehlleistungen bei größerer Belastung und hohen Anforderungen. 

So kann man ein eigentlich großes Talent verlieren, was für die derzeitige Situation im Nachwuchsbereich des deutschen Fußballs nicht gerade förderlich ist. 
Deswegen wäre es gut, daß der Trainer ein Gespräch mit den Eltern führt, welche Seite beim Kind die stärkere ist, damit sie dann darauf achten, daß erstens nichts falsch gemacht wird und zweitens diese besonders fördern. Denn Linksfüßer können genauso geniale Fußballer werden, wie Pele, Maradona, Balakov oder Elber

Interessant wäre die Frage, ob Menschen mit umgeschulter Linkshändigkeit und nicht umgeschulter Linksfüßigkeit insgesamt schlechtere Fußballspieler sind, als nicht umgeschulte Linkshänder. Allerdings werden wir hier das Problem mit der Zuordnung haben, denn wir werden kaum messen können, wie der Fußballer ohne die Umschulung der Händigkeit gespielt hätte. Zudem darf nie vergessen werden, dass, ob Rechts- oder Linksfüßer, ein Talent für den Sport dazugehört. Die besten Fähigkeiten vieler Linkshänder, räumlich zu verarbeiten und wahrzunehmen, nützen beim Fussball wenig, wenn keine sportliche Begabung hinzukommt. (Alan Cizek, München) 

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Fussball-WM 1998 Frankreich.  Ein Left Hand Corner - Rückblick

In Ergänzung zu den wichtigen Erkenntnissen von Herrn Cizek fügen sich die Ergebnisse unserer WM-Beobachtungen fugenlos ein. Besonders ans Herz legen möchten wir Herrn Hans-Hubert Vogts (Berti) und allen seinen Beratern, auf dem linken Auge nicht noch blinder zu werden und den Humor nicht zu verlieren. Bleibt locker, es geht um Fussball ! 
 

FRANKREICH GRATULIEREN WIR GANZ HERZLICH SOWOHL ZUM Worldcup, als auch zum hohen „mit links-Star“-Anteil von 36% ! 

Wir beurteilten mit freundlicher Unterstützung einiger fussballbegeisterter Mitmenschen beiderlei Geschlechtes, was in ARD und ZDF zu sehen war und vergaben Striche auf der  Linkshänder-Wahrscheinlichkeits-Skala.
Wenn ein Feldspieler wichtige Pässe, Eckbälle, Frei- und Strafstösse (Schusskraft und Präzision) überzufällig häufig mit links ausführte, war er so gut wie sicher ein LH-Spitzenkandidat. Ein Schuss auf’s Tor mit links hatte je nach Spielsituation nicht unbedingt etwas mit Linksfüssigkeit zu tun, da auf’s Gehäuse ja generell „aus allen Rohren“ geschossen wird. Selbstredend fanden mit links erzielte Tore aber dennoch unsere besondere Aufmerksamkeit, und so auch das ALLERERSTE, mit dem FUSS erzielte TOR DER WM98 am 10.6. durch den wackeren Schotten JOHN COLLINS (Strafstoss in’s linke untere Eck). Oder der fulminante Freistoss zum für die deutsche Mannschaft so wichtigen Tor am 21.6. gegen Jugoslawien durch MICHAEL TARNAT (Bayern München). Last not least das ALLERLETZTE TOR durch „Le Grand PETIT“ am 12.7. zum 3:0 gegen Brasilien ! 

Ohrfeigungen, Bodychecks, Blutgrätschen o.ä. bezogen wir in unsere Beobachtungen nur ein, wenn sie mit der linken Hand/Faust/Ellbogen/Knie/Kinn/Stollen o.ä. durchgeführt wurden und den Spielverlauf spürbar beeinflussten. 
Erfreulicherweise zeichneten sich alle linkslastigen Spieler durch grosse Fairness aus ! 

Bei Torhütern, -männern und -warten fiel die Einstufung Linkshänder/Rechtshänder relativ leicht, da Abschläge und -stösse mit höchster Wahrscheinlichkeit ausschliesslich mit dem dominanten Fuss erfolgen. Ein Tormann muss schon ziemlich weit daneben sein, wenn er für seine Präzisions-Geschosse/-Abwürfe die nicht dominante Seite verwendet. Wie bei dem hervorragenden linksfüssigen Keeper Paraguay’s, JOSÉ LUIS CHILAVERT („torgefährlichster Keeper der Welt“) gut zu beobachten war, schrieb er seine Autogramme als händigkeits-umgeschulter LH mit rechts. 

„Schwarzröcke“ waren schwer zu beurteilen. Linienrichter („die Fahne hoch, die Fahne runter“) konnten am ehesten noch über die Verteilung Standbein/Spielbein beurteilt werden (Standbein öfter rechts=eher Linkshänder). Bei Schiedsrichtern kam die Pfeife zuhilfe. Welche Hand führte das Gebläse zum Mund ? Mit welcher Hand reckte er rote und/oder gelbe Karten in den Stadionhimmel ? Welche Hand bevorzugte er bei der Ohrfeigenabwehr ? Bei handschriftlichen Notizen ? Da diese Bewegungen zum grössten Teil strengen FIFA-Reglements unterliegen, und diese Herren nur selten im Bild erschienen, sparten wir uns genauere Beobachtungen. 

Hier also die Ergebnisse unserer „mit links-Stars“ der WM 98-Statistik (ohne Gewähr für Vollständigkeit + ohne definitive Bestimmung der Händigkeit): 
In 21 der 32 teilnehmenden Mannschaften (also 66% der Mannschaften) liessen 40 Feldspieler (also ca. 13% von 320 Feldspielern) und 4 Tormänner (also ebenfalls ca. 13% von 32 Torhütern) durch Taten mit links unser Fussballherz höher schlagen: 

Auffallend ist der Anteil der mit-links-Gladiatoren in den Gewinner-Mannschaften 
Frankreich  4 von 11 = 36%   Brasilien   3 von 11 = 27% 
Kroatien 4 von 11 = 36%   Niederlande 2 von 11 = 18% 

Alle liegen deutlich über dem Durchschnitt von 13 % !! 
Weiterhin auffallend war, dass die Mannschaften mit grossem Linksfüsser-Anteil es immer wieder verstanden, dem Spiel neue und überraschende Impulse zu geben. Vor allem aber waren sie fähig, das GANZE Spielfeld strategisch zu nutzen, indem sich linke und rechte Seite sinnvoll ergänzten und unterstützten. Der Erfolg sowohl in der Verteidigung, als auch im Angriff war förmlich vorprogrammiert. Der beste Beleg hierfür ist der neue + verdiente Weltmeister FRANCE ! Mannschaften, welche monoton ihren rechten Stiefel (z.B. USA) spielten, waren, wie man weiss, zum frühzeitigen Scheitern verurteilt. 

Land (alphabetisch) „mit links-Star“ 

Argentinien  Berti, Lopez, Zanetti 
Brasilien  Carlos, Leonardo, Rivaldo 
Bulgarien  Stoichkov, Balakov 
Chile   Sierra 
Deutschland  Tarnat, Helmer 
England  Le Saux 
Frankreich  Barthez (Tormann), Lizarazu, Zidane, Petit 
Italien   Pagliuca (Tormann), Costacurta, Vieri 
Jugoslawien  Mihailowitsch 
Kamerun  Biyik, Song, Wome 
Kolumbien  Preciado 
Kroatien  Asanowic, Juric, Prosniecki, Suker (mit 6 Toren Schützenkönig dieser  WM ! Wir gratulieren !) 
Marokko  Hadda 
Niederlande  Cocu, Frank de Boer (Zwillingsbruder von Ronald) 
Norwegen  Berg, Björnebye, Leonhardsen 
Österreich  Konsel (Tormann), Herzog, Polster 
Paraguay  Chilavert (Tormann) 
Rumänien  Hagi, Munteanu 
Saudi-Arabien  Sulimani 
Schottland  Collins, Jackson 
Südafrika  Fortune

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