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(Dieser Artikel ist erschienen in LHC-5 im Oktober 1998 und wurde ergänzt im Mai 2003)

Daumenkino Volltreffer mit links

SPORT   Bogenschießen - -Bumerang - Inlineskaten 


BOGENSCHIESSEN 


Krieg und Kunst

Wie schon erwähnt, erreichte das Bogenschießen und der Bogenbau seine höchste Stufe der Vollendung bei den Persern und Türken. Beide Länder haben die Liebe zum Bogen von ihren Ahnen übernommen. Beide Länder haben ihn als notwendige Kampfwaffe gebraucht. Doch aus einem Zwang entstand über die Jahre hinweg eine Verehrung, die nah an Fanatismus grenzte.
   Mit dem Reflexbogen aus Stiernackensehnen und Horn erreichten die Türken Rekorde, die zum Teil bis heute noch nicht überboten sind. Zu den Meistern der Meisterschützen in diesem Land zählten die „Solaci“, die Linkshänder . Sie gehörten zur Kerntruppe des türkischen Heeres, gingen stets zur Rechten des Sultans und schossen aus der Rechtslage, da laut höfischem Zeremoniell es verboten war, dem Grossherrn den Rücken zuzuwenden, was ja beim rechtshändigen Schießen passiert wäre.“ 

Das Zitat aus dem Buch von Katja Heim und K.M. Wendlandt „Pfeil und Bogen“ 1986, Heinrich Hugendubel Verlag, München, leuchtet ein. Die Brust des Schützen war also dem Sultan zugewandt, da beim LH-Schießen der Körper um ca. 90° nach links, der Kopf nach rechts, gedreht werden. Um sich eine Vorstellung von erzielbaren Reichweiten zu machen, sei von Seite 28 zitiert: 

„Die Weiten die die türkischen Meisterschützen damals erreichten, waren wirklich bemerkenswert. Prinzen, Sultane, Botschafter, Admirale - sie alle haben Rekorde aufgestellt, die in die Geschichte des Bogensports eingingen. Die größte Entfernung schoss 1798 Sultan Selim: Sein Pfeil ging erst nach 845,45 Metern wieder zu Boden.“ 

Zu weiterem Ergötzen eines Linkshänders findet sich auf den Seiten 18-19 eine Grafik von Michelangelo, dem umgeschulten Linkshänder. Wie sehr schön zu erkennen, ist der zweite Schütze von oben Linkshänder und deshalb der einzige unter den Rabauken, der dem Betrachter seine Vorderseite zudreht. Einer von sieben = 14% . Herrn Michelangelo scheinen aktuelle Statistiken bereits vorgelegen zu haben.

(Zitate und Abbildung aus Katja Heim und K.M. Wendlandt „Pfeil und Bogen“ 1986, Heinrich Hugendubel Verlag, München, 4.Aufl.1993)


Trabt da ein Amtsschimmel durch’s Vereinsheim?
Was wäre eine Sportart in diesem unserem Lande, wenn sie nicht vereinsmäßig organisiert wäre? Wir fragten nach beim Bundesbogenreferenten Klaus Lindau aus Berlin. Leider war ihm nicht bekannt, ob es irgendwo einen linkshändigen Bogenschützen oder eine Schützin gibt. Immerhin aber wusste er, dass bis Anfang der 60er Jahre noch keine ergonomisch geformten Bögen bzw. Bogengriffe verwendet wurden, sondern jeder Schütze sich individuell mit Schaumstoff seinen Griff am neutral geformten Bogen selbst anbrachte. Danach kamen dann die ergonomisch vorgeformten Griffe auf, die offensichtlich eine Rechtslastigkeit begünstigten bzw. forcierten. Bei im Handel existierenden Linkshand-Bögen ist die Situation ähnlich, wie bei einer z.B. Linkshand-Gitarre. In den unteren Preisklassen wird es wenige oder keine LH-Modelle geben, danach wird es eine schon dem oberen Preissegment angehörende Qualitätsstufe geben, bei der die Qualität aber erst noch zu testen wäre. Und ganz top sind natürlich individuell in Einzelfertigung hergestellte LH-Modelle, die, wiederum ähnlich wie bei Musikinstrumenten, das Gleiche wie ein RH-Bogen kosten. 

Da immer zwei Schützen gleichzeitig auf eine Scheibe schießen, hält er es für irritierend, wenn ein Links- und ein Rechtsschütze nebeneinander stehen und sich anschauen oder, bei umgekehrter Aufstellung, der Linksschütze dem benachbarten Rechtsschützen der nächsten 2-er Gruppe das Gesicht zuwendet. Das ist natürlich dumm, wenn die Leute sich anschaun. Muss man daraus schliessen, dass auch unter Euch Bogenschützen überdurchschnittlich wenig Linkshänder vertreten sind?
 

LH-Bowhunt NM 10-1997 Bleistift



(Falls eine der Leserinnen oder Leser zum Thema LH-Bogenschießen Erfahrung hat, würde uns eine Nachricht sehr freuen. Danke.)
 


BUMERANG

LH-Bumerang nach links schmeissen (Trickstar)

Diese Grafik von "Trickstar"-Bumerang zeigt die Wurfrichtung bei geeignetem leichtem Wind für LH und RH  Wichtig für den Linkshänder dabei ist natürlich, dass sie/er den Wurf mit einem LH-Bumerang macht, denn sonst geht der Wurf zwar nicht in die Hose, kommt aber auch nie mehr zurück, nach dem Motto von Herrn Ringelnatz: "War einmal ein Bumerang, war ein weniges zu lang. Bumerang flog ein Stück, aber kam nie mehr zurück. Publikum noch stundenlang wartete auf Bumerang."(-:°

Zum faszinierenden Thema "Bumerang"  berichten wir in einer späteren Ausgabe ausführlicher. So viel steht schon einmal fest: 

Die World-Champions von 1998 sind zum ersten Mal zwei deutsche Mannschaften. 
Unter den 10 besten Werfern sind 3 Linkswerfer! Guter Schnitt! Kompliment!

World Team Championship 1998 (die ersten 4 von 18)

1.Germany Young Guns 263.5 points 
2.Germany Bones 245.5 points 
3.USA United Blue  245.0 points 
4.Swiss Skandal  I230.0 points

INLINE SKATING, 

ROLLIFAHREN, BLADEN


5 Regeln, eine Tatsache: Verletzungen sind lästig
.
- Wenigstens Knie- und Handschutz immer tragen (Kleine Ausnahmen 
   in Notfällen sind möglich).

- Bremsweg lernen einzuschätzen.

- Cool und vorsichtig bleiben beim gelegentlichen Straucheln 
    oder Fallen, Begegnungen mit Hunden, Autos, Fußgängern, Skate-
    boardern, Bikern, Platzwarten und Hausmeistern.

-Fallen, wenn’s denn passiert, immer nach vorn.

-Fit bleiben durch Parallel-Sportarten, z.B. Joggen.


BREMSEN lernen vor dem ersten Ausflug

Das Standbein der meisten LH und umgeschulten LH ist naturgemäß das rechte, bei RH das linke. Das aktivere Bein ist das Spielbein, bei Linkshändern also das linke. Und genau dorthin gehört der Bremsklotz.

Fachbücher zum Skating (z.B. „Inline-Skating, Fit & Fun auf acht Rollen“, Martin Harjung + Atha Athanasiadis, Wien, Ueberreuter, 1996) ignorieren wieder einmal, dass es zweierlei Standbein-Menschen gibt auf der Welt und dass auch LH hin und wieder recht gern bladen, seien sie umgeschult oder auch nicht. 

Aaaalso: Beim Bremsen ist die richtige Verteilung Standbein : Spielbein wichtig! In Hunderttausenden von Sportläden und -abteilungen wird man immer nur eins vorfinden: Bremsblöcke auf der rechten Seite. Und insofern ungeeignet für Linkshänder, die keine Lust haben, sich zum hundertausendstenmal zu verbiegen! Also ist auch hier wieder einmal Umbauen angesagt. Für einen guten Kunden wird dies sicher gerne der Händler übernehmen. 

Manche Rollis haben Bremsklötze an beiden Schuhen, gehören aber meist der Marke „Billiger“ an. Meist zahlt sich der Kauf solcher Billigware (unter 50 Euro) nicht aus. (Der Herausgeber slbst hat aber auf solchen Billigschuhen das Fahren gelernt, was durch aus nützlich, aber nicht leicht war). Jedenfalls sollte bei zwei Bremsklötzen der nicht benötigte entfernt werden, bei Linkshändern also der rechte. Für weit fortgeschrittene Skater sind Bremsklötze tabu. Diese Cracks regulieren die Geschwindigkeit über den „T-Brake“.  Dabei wird das Spielbein hinter dem geradeaus weiterfahrenden Standbein quergestellt. Sehr übungsintensiv! Wenn man’s kann, sehr effektiv und schön anzuschaun.

Sicheres Bremsen
Unser Testexemplar ist der Qualitätsschuh „Bravoblade“ vom Hersteller „Rollerblade“ (ca. 150 Euro). Dieser bietet das gerade für City-Skater, die nicht
immer unbedingt Purzelbäume schlagen und Hauswände hinauf, Treppengeländer hinunter fahren wollen, äußerst empfehlenswerte 
  Bremssystem „ABT TM“. Dieses System, welches durchaus von einem Linkshänder erfunden sein könnte, ermöglicht binnen kürzester Zeit das Erlernen der Fähigkeit, seinen Bremsweg auf Zentimeter genau einzuschätzen. Für eine Bremsung aus ca. 20 km/h sollte man bei einem Körpergewicht von ca. 80 kg und ebener Strecke einen Bremsweg von 2-4 Metern (also eins bis zwei Menschenlängen) einplanen, je nach Intensität des Bremsblock-Andruckes und der Beschaffenheit des Straßenbelages. Der Vorteil dieses Systems: Beide Füße bleiben auch beim Bremsen mit allen Rollen am Boden. Der Bremsfuß wird nur etwas nach vorn geschoben, sodass die Wade den Andruck des Bremsblocks auf die Straße dosiert. Die ganze Grundfläche des Blemsblocks wird auf den Fahrgrund gedrückt und kann sehr fein und fast wackelfrei dosiert werden Mittleres oder noch mehr starkes Gefälle bzw. hohe Geschwindigkeit vor em Bremsvorgang  erhöhen natürlich den Verbrauch an Bremsgummi, weil der Andruck stark erhöht werden muss, wobei ein sichtbarer Abrieb über ca. 90% des Bremsweges entsteht. 
  Der Herausgeber selbst fährt ziemlich regelmäßig seit ca. 7 Jahren mit diesem System, allerdings zu seinem Ärger mit der Bremse rechts. Der Wuppertaler Händler (. . . . . . ) war nicht fähig, das System, welches nur schwer auszutauschen ist, für die linke Seite zu besorgen. Trotzdem empfehlen wir für einen Linksfuß die Bremse links, denn rechts kostet das Bremsen mehr Konzentrations-Hirnaktivität  (für den Linksfuß). Dieses ABT-Bremssystem ist auch insofern gut durchdacht, als die Andruckfläche in ausreichend kurzen Abständen (2-3 mm) höhenverstellbar ist. In einer mehr oder weniger regelmäßig gefahrenen Berg-und-Tal-Saison kommt man schon mal leicht auf zwei abgefahrene Bremsklötze in sechs Monaten, ähnlich teuer, wie Druckertinte (Stück 15 Euro). Aber die Ausgabe lohnt sich zur eigenen und anderer Sicherheit. 

FAHREN, aber wo?
Als Anfänger: Nicht gleich auf gefährliches Terrain, wie z.B. Gehwege an vielbefahrenen Straßen, Fahrradwege. Lieber erst so lange auf sicheren Plätzen (z.B. unbelebten Parkplätzen) üben, bis die Grundbedingungen erfüllt sind: 

Sicheres Fahren, sicheres Bremsen, sicheres Hüpfen, sicheres Fallen. Eine Woche lang jeden Tag ein paar Stündchen schaffen eine gute Grundlage.
 

ROLLSPLITT, Feind aller Skater
Irgendwann gibt’s dann kein Halten mehr und man entdeckt den Zauber des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs auf acht Rollen (ÖPNV-8R). Die Rechtslage bei Ge- und Verboten ist noch unklar. Eine Liberalisierung scheint dringend nötig, wird aber wohl erst dann möglich sein, wenn der Otto- Normal- Fußgänger seine Angst vor rollenden Menschen ablegt.

Aufgebauschte Presseberichte und Horrorstatistiken machen den Skater in vielen öffentlichen Räumen zur Persona non- oder ingrata. 
   (Unser hier gezeigter Artikel aus der Westdeutschen Zeitung aus April 1999 ist allerdings ein positives, sachlich- informatives Beispiel).

Westdeutsche Ztg. 27.4.1999 Skater haben...

   Es wäre sehr begrüßenswert, wenn sich eine große und von der Geografie her bestens geeignete Stadt wie Wuppertal noch mehr einsetzen würde für regel- mäßig stattfindende Strecken-Skate-Events, wie sie hier bisher und leider nur zwei Mal, dann allerdings dank guten Wetters und einer super-gut agierenden Wuppertaler Polizei 

(der aufmerksame Teilnehmer wird nie den Anblick des rechts zurück Richtung Elberfeld auf dem Bürgersteig! mit seiner fetten BMW , parallel zu den Skatern, donnernden Polizisten vergessen!(-:°) Kompliment!).
auf der B7-Talachse, (auf der meistens nur Autorennen sind, u.a. mit sehr tief gelegten Opels, Fords, Golfs, evtl. Mazdas und Linienbussen), stattgefunden haben und erfolgreich und friedlich verlaufen sind und ansonsten keine großartigen Kosten verursacht haben.

Gerade diese tatsächlich sehenswerte Stadt Wuppertal (Elberfeld-Barmen) bietet (natürlich, wie gesagt, bei schönem Wetter) für outdoor-skate-events nahezu ideale Gegebenheiten. Man könnte eine Ralley-Rallye, auch mit ein paar Berg-und-Tal-Fahrten, je nach Mut und Fahrkönnen, einbauen, aber auf jeden Fall auch die SUPERGUT geeignete Strecke auf der B7 von Vohwinkel bis nach OBER-BARMEN! und zurück( ca.25 km insgesamt, also eine Richtung ca.13 km), entspricht also etwa der Länge und Strecke des Schwebebahn-Verlaufs, weshalb sich sogar eine Sonder-Schwebebahn-Nummer einbauen ließe, d.h. dass die Schwbebahn, z.B. in Form des Kaiserwagens, immer auf Höhe des Skaterfeldes mitschlängeln würde. (Das wäre sicher auch für die normalerweise manchmal etwas gelangweilten Kaiserwagen-Fahrgäste sehr unterhaltsam) Und außerdem hat man als Elberfelder endlich mal wieder einen Grund, Richtung Barmen (und zurück) zu fahren(-:° 

Beim letzten Event hier waren jedenfalls sogar Leute in einem Bus aus Frankfurt am Main angereist und fanden das auch sehr schön und lohnend. Das einzige Problem ist: DAS WETTER! Aber das könnte man ja leicht lösen, indem man sehr kurzfristig im Internet mitteilen würde, ob's stattfindet, oder nicht. D.h., dass manchmal das Wetter so schnell umschlägt, dass eine kurzfristige, positive Meldung noch am frühen Morgen des angesetzten Termines gegeben werden kann bzw.sollte. Wir Wuppertaler skater und boarder wünschen uns jedenfalls dringend weitere OUTDOOR - EVENTS hier! Danke!



Verbotsschilder hängen und stehen sogar auf absolut geeigneten Skate-Plätzen, wie z.B. vor der altehrwürdigen Wuppertaler Stadthalle. Fordert man damit nicht erst recht das aggressive „Grinden“ (Entlangschliddern an Treppenstufen) der Skate-Kids heraus? Der amtliche Verweis auf kartografisch ausgewiesene Rollschuhplätze ist nicht gerechtfertigt, da seitens der öffentlichen Hand diese Plätze oft für allerlei Fremdnutzung (z.B. als Fussballplatz) freigegeben und nicht rollsplittfrei gehalten werden. Auch wäre es für den geübten Skater überhaupt kein Problem, sich mit angelegtem Equipment in öffentlichen Verkehrsmitteln und auf Bahnhöfen zu bewegen. 

April 2003: Wie wir inzwischen erfahren haben, ist das Skaten und Boarden vor der Historischen Wuppertaler Stadthalle mittlerweile "geduldet", nachdem einige Missverständnisse mit dem zuständigen Hausmeister durch die Betroffenen geklärt werden konnten. Kompliment an den einsichtigen Hausmeister und seinen Chef und natürlich auch an die Skateboarder, die sich für die Nutzung eingesetzt haben!!(-:° Einige Bilder dazu gibt es unter 
VERMISCHTES/Rund um die Schwebebahn

(c) Norbert Martin Verlag Left Hand Corner, 05-2003)

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