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Klavier -Christopher Seed- (Dieser Artikel ist erschienen in LHC-07 04-1999) Am 31.8.1998 flatterte eine dpa-Meldung auf die Frühstückstische: Erstes Klavier für Linkshänder
Bereits 1997 berichtete „The Times“: Mr. Seed (32), ein anerkannter, linkshändiger Konzert-Pianist und Lehrer am Winchester College, hat zunächst sein elektronisches Keyboard umprogrammiert, um einmal auszuprobieren, wie sich das anfühlt. „Ich erkannte sofort, wie leicht die Umstellung ging. Eigentlich hatte ich erwartet, dass es Jahre dauern würde, mich zurückzuschulen, aber innerhalb eines Tages (!) spielte ich Mozart andersherum ! Mein Spiel verbesserte sich schlagartig und erschien mir angenehm natürlich (It improved my playing and seemed so natural).“ Die meisten Klavierstücke legen das Hauptgewicht auf die rechte Hand. Das war für ihn lange ein Grund, z.B. Mozart und Chopin zu meiden. Mittlerweile empfiehlt er sogar Rechtshändern sein Piano, damit sie ihre linke Hand intensiver trainieren können. Peter Dickinson, Musikprofessor an der University of London hält die Idee Seed’s für revolutionär, da die gesamte Musikliteratur für die dominierende rechte Hand geschrieben sei, abgesehen von Ragtime und einigen Jazz-Richtungen. Stanley Sadie, Herausgeber von „The Grove Dictionary of Music and Musicians“ betonte, es sei schwierig festzustellen, welche Komponisten oder Interpreten Linkshänder waren. Die meisten linkshändigen Musiker dürften ihre natürliche Seite unterdrückt haben, da Linkshändigkeit als unschicklich galt. Man darf annehmen, dass Carl Philipp Emanuel Bach Linkshänder war, ist doch die Ermahnung seines Vaters Johann Sebastian überliefert, er möge die rechte Hand verbessern. Christopher Seed will aber nicht nur seinen Traum erfüllen, sondern auch beispielhaft einen Trend setzen für kommende Generationen linkshändiger Pianisten. Ein grosses Potential an schlummernden Talenten wird so für die Musikwelt noch zu entdecken sein. So weit die Times. (www.villager.net/lefthandedpiano) ![]() Aufgrund seines relativ geringen Gewichtes lässt es sich gut transportieren. Das ist auch nötig, nimmt Mr. Seed sein Instrument in Zukunft doch zu jedem Konzert mit. Und so auch zur Weltpremiere am 11. Februar 1999 in der Queen Elizabeth Hall, London. Während des Konzertes wurde die Klaviatur auf einem Grossbildschirm live gezeigt. Der Eintritt betrug zwischen 6 und 13 Pfund (ca. 18 - 40 DM). Zum Erfolg des Konzertes und dem aktuellen Stand der Dinge berichtete uns Mr. Seed: Das Linkshand-Klavier-Projekt gewinnt immer mehr Beachtung. Bereits
vor dem Konzert war ein positiver Artikel im „Independent“ erschienen.
Die Premiere in der Queen Elizabeth Halle fand nicht nur grosses Medieninteresse
sondern war auch gut besucht. Das Publikum schenkte stehenden Applaus (standing
ovations).
Auf der Homepage www.villager.net/lefthandedpiano (siehe "LINKS")
![]() Der Vorteil des batteriebetriebenen Plug-and-Play (Steck ein und spiel) -Kästchens liegt klar auf der Hand: Blitzschnelle Umänderung des Keyboards ohne über einen Computer umprogrammieren zu müssen. Man denke nur an mehrere Benutzer eines einzigen Keyboards z.B. in Musikschulen : Die einen LH, die anderen RH. Oder an das Nicht-Vorhandensein eines Computers. Das eine Steckerende wird in den MIDI-Ausgang, das andere in den MIDI-Eingang gesteckt. Fertig. Gute Idee ! Wenn das Keyboard über einen „Local ON/OFF“-Schalter verfügt, muss dieser auf OFF=AUS geschaltet werden. Das Gerät wird also nur noch über externe Boxen zu hören sein. Es gibt aber auch Keyboards ohne diesen Schalter. Dann muss der „Keyboard-Mirror“ mit dem einen Ende am zu spielenden Keyboard angeschlossen werden. Mit dem anderen Ende entweder an ein zweites Keyboard / oder ein anderes MIDI-kompatibles Instrument /oder einen Sound Computer. Die Lautstärke am zu spielenden Instrument wird auf „Minimum“ (Aus) gestellt. Der vermutlich erste Besitzer dieses „Spiegelbildners“ „Keyboard-Mirror“
auf österreichischem Boden dürfte der professionelle Musiker
und engagierte Linkshänder Thomas Stölzl aus Graz sein
(bestens bekannt durch seine Artikel in LHC-4 und -5 zu Schlagzeug und
Linkschreibreform). Er hat sich ein Gerät aus England mitbringen lassen.
Sein Urteil:
Es ist das gleiche Dilemma wie bei Gitarren auch: Für normal Sterbliche erschwingliche Instrumente „von der Stange“ gibt es so gut wie ausschliesslich für Rechtshänder. Sobald der Anteil der Handarbeit an einem Instrument überdimensional hoch ist, steigen die Lohnkosten natürlich rapide, sind aber für Links- und Rechtshand-Instrumente gleich hoch. Wenn Werkzeugkosten für Gussformen oder Ähnliches anfallen, wird der Preis durch die Auflagenhöhe bestimmt. Wir wünschen Mr. Seed auch weiterhin: Standing Ovations ! Bestellungen für den „Keyboard-Mirror“ bei „The Left-Handed Keyboard
Company“:
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