zurück zu ARTIKEL/Infos/Medien

Harcourt Steck Vaughn USA 

Ein Verlag zeigt nur das 
"schöne Händchen"!

Albany/USA. 12.6.2003. Wie uns unsere USA-Korrespondentin und Inhaberin einer "Handwriting-Repair"-Schule, Mrs. Kate Gladstone aus Albany, New York (http://www.global2000.net/handwritingrepair) berichtet, verbietet einer der großen Schulbuchverlage der USA, Harcourt-Steck-Vaughn, in seinen Lehr- und Schulbüchern die Abbildung von Menschen, die mit der linken Hand ESSEN. In einer Art von "Mainstream-Guide" weist der Verlag seine Fotografen, Grafiker und Bildbearbeiter an, solche Abbildungen zu unterlassen, wie aus untenstehender Kopie des Original-Schreibens unter Punkt 30. zu lesen ist:

Punkt 30. Harcourt-Steck-Vaughn-06-2003

"30. Subjects should not eat with their left hands."

Die Unterstreichung ist nicht von uns hinzugefügt worden, sondern ist Inhalt des Originals. Die Übersetzung des Wortes "Subjects" lässt gemäß Langenscheidts Taschenwörterbuch zwei unterschiedliche Deutungen zu. Mit "Subject" kann sowohl "Untertan" als auch "Staatsangehöriger" gemeint sein. Also könnte die Übersetzung so lauten:

"30. Untertanen/Staatsangehörige sollten nicht mit ihren linken Händen essen."

Der Verlag Harcourt-Steck-Vaughn weist darauf hin, dass er mit der Abbildung linkshändiger Schüler, z.B. beim Schreiben, keine Probleme habe und es dazu auch keine Anweisungen gebe. Vielmehr solle mit der Vermeidung der Abbildung links essender Menschen der Einstellung von z.B. muslimischen Lesern Rechnung getragen werden. 

Man nimmt also Rücksicht auf rechtslastige Bräuche und deren Verfechter. Aber man nimmt nicht Rücksicht auf das linkshändige Kind, welches auf das Speisen mit rechts getrimmt wird. Besonders in Kulturen, in denen das einhändige Essen vorherrscht, ist oft auch eine strenge Rechtslastigkeit zu beobachten. So erhalten also Erziehungsberechtigte. die die Händigkeit der Linkshänder nicht respektieren, pädagogische Schützenhilfe von einem großen Verlag aus einem doch eigentlich als linkshänderfreundlich bekannten großen Land.

Als Gegenstimme geben wir hier ein Beispiel aus dem Bilderbuch "Lechts oder Rinks" (ARTIKEL/Infos/Medien/Lechts oder Rinks). Auch die beim Schreiben nicht umgeschulte linkshändige Schülerin Eva sollte beim Löffeln auf rechts gezwungen werden, wogegen sie sich aber erfolgreich gewehrt hat:

Seite 25 Lechts oder Rinks?

© Norbert Martin Verlag Left Hand Corner 06-2ßß3

 zurück zum Anfang              zurück zu ARTIKEL/Infos/Medien