(aus LHC-01 10-1997) 
 
 
 „ HÖMMA ... ! ,

sagte der Rechtshänder und fing an, zu erzählen: 

„Hömma, ey ,  hasse n Schlach oder watt ? Linkshändler ? In Afrika ey verhungern die Leute,  datt Ozonloch und so, 40 Jahre Korruption in Wuppertal und du machs ne Linkshändlerzeitung ? Ey, samma, wat is datdenn ?  Also weisse, früher hattn de Hottentotten statt Bettn Mattn inne Hüttn, aber ne Linkshändlerzeitung ? Samma, wat soll datdenn ?  Hasse zuviel Zeit oder wat oder hat dir einer ins Gehirn  .....?  Wie alt bisse ?  Hasse n Problem oder watt ?“ 

Und so weiter und so weiter. 

Der Linkshänder, pflichtbeflissen, hob an, sich zu verteidigen: 
„ Mein Name ist Herbert Ackermann, ich bin 43 Jahre und von Beruf Rentner. Im Herbst werde ich zusammen mit meiner linkshändigen Tochter eine Audienz beim Papste buchen. Später war noch was mit Wuppertal und Herrenbekleidung führen wir auch. 

In Jahre 2010 werden alle Rechtshänder freiwillig auf links umgeschult, was unter anderem zum Zusammenbruch mehrerer Mehrfamilienhäuser und zur kampflosen Übergabe des Freiaffengeheges führt.“ Aber nein !!! Was soll das ?? 

Der Linkshänder hatte sich verplappert, und hob jetzt wirklich an, sich zu verteidigen: 

„Statistiken belegen einen 10 - 15%  Anteil Linkshänder an der Gesamtbevölkerung. Aussagen namhafter Pädagogen und Psychologen (z.B. Dr. B. Sattler, München) postulieren sogar die Möglichkeit eines Verhältnisses von 50 zu 50. In unserer westlichen Hemisphäre ist ein stetiger Zuwachs zu verzeichnen, z.B. USA und England 1930 3% gegenüber 1970 11%. Lediglich Taiwan und Japan scheinen mit 3% 1970 weltweit eine Ausnahme zu bilden. (Dr. A. Swelam, Marburg 1989). 

Berührungspunkte mit dem Thema gibt es in allen Lebensbereichen, in denen „Seitigkeit“ eine Rolle spielt. Links- oder Rechtshändigkeit sind weder anerzogen noch sonstwie erworben, sondern schlichtweg angeboren. Es wäre schon viel erreicht, wenn Linkshändigkeit nicht als schrullige Laune der Natur durch die einseitig verfärbte Rechtshänderbrille gesehen würde, sondern einfach als unveränderliche Tatsache anerkannt würde. 

Es kann nicht angehen, dass die Verfahrensweise, mit der die rechtshändig geprägte Gesellschaft die Riesengruppe der Linkshänder in den letzten Jahren und Jahrzehnten getriezt hat, und deren Relikte noch heute in den Köpfen vieler Eltern, Erzieher und Lehrer herumspuken, so einfach unter den Teppich gekehrt wird. Vielen Linkshändern, die heute so um die 30 , 40  oder noch älter sind, wird erst jetzt ganz allmählich oder auch schlagartig bewusst, welchen Fehleinschätzungen der sie erziehenden und ausbildenden Kräfte sie über einen langen und lebensbestimmenden Zeitraum hinweg erlegen sind. Ganz zu schweigen von der auch heute noch in unseren modernen Zeiten oft anzutreffenden diktatorischen Haltung gegenüber linkshändigen Kindern und Jugendlichen in den Familien, nach dem Motto „Mein Sohn wird kein Linker...“ , gel, verehrte Herren Väter. 

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