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Teilweise aus Left Hand Corner 05 10-1998

GESUNDHEIT ! 

Maria Rehbein, 44

 14  Fragen stellt sich Maria Rehbein, geb. Meyer, die sich ergeben haben aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit im medizinischen Bereich einerseits, andererseits aber auch durch ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Thema Linkshändigkeit und ihrer Krankheits- und Gesundheitsgeschichte. Sicherlich ist wahr, dass nicht  ALLE umgeschulten LH Brillenträger sind, oder an Multipler Sklerose leiden. Ihre grundsätzlichen Fragestellungen sind aber ebenfalls so berechtigt, wie Aufgabenstellungen im rein wissenschaftlichen Bereich der Medizin, Psychologie, Pädagogik etc. . „Wissenschaftlicher Anspruch“ tritt in diesem Artikel zurück vor „Intuition“ und „mutiger Fragestellung“, welche wir bei den lieben Kleinen so oft bewundern, den Erwachsenen aber meist nicht mehr zugestehen wollen. Dass sowohl Umschulung, als auch ständige Frustrationen in der Rechtshänder-Welt für nicht umgeschulte LH verbunden mit dem dadurch hervorgerufenen „Ärger“  „krank“ machen, dürfte aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Psycho-Somatik als zumindest wahrscheinlich gelten. Wir fügen deshalb als 15. Frage hinzu:

?Machen nicht die oft völlig unterschiedlichen Sicht- und Handlungsweisen der Links- gegenüber den Rechtshändern und die damit  entstehenden Kommunikations-Hindernisse "krank" ?


Händigkeit - Hirnigkeit - GESUNDHEIT

von Maria Rehbein, Hildesheim/Himmelsthür

Durch Frau Dr. Sattlers Buch „Der umgeschulte Linkshänder“, das die möglichen psychischen Folgen einer Händigkeitsumschulung wie Depressionen, Minderwertigkeitskomplexe, Suchtverhalten, aber auch Hirnleistungsstörungen und Kopfschmerzen gut beschreibt, wurde ich zu der Frage angeregt, ob es durch den „unblutigen Eingriff in’s Gehirn“ nicht nur psychische, sondern auch physische Folgen geben kann. Da all unsere Körperfunktionen vom Gehirn gesteuert werden, erschien es mir logisch, dass die falsche Nutzung der angeborenen Händigkeit letztendlich nicht ohne körperliche Folgen bleiben kann.

Alle umtrainierten Linkshänder, die ich kenne, sind Brillenträger. So war der Ausgangspunkt meiner Fragestellungen: 

?Was macht Umschulung bzw. Nichterkennen der Händigkeit mit den Augen ?

Ich war erstaunt, feststellen zu müssen, dass in der medizinischen Literatur, wenn es die Händigkeit betrifft, immer nur die linke und rechte Gehirnhälfte gesehen wird, obwohl sich das Gehirn aus verschiedenen Teilen zusammensetzt und als Ganzes funktioniert. Sicher liegt die Händigkeit entweder in der linken oder rechten Hälfte, sicher sind die Gehirnhälften die übergeordnete Schaltzentrale des Gehirns, aber: 

?Sind die Gehirnhälften in der Lage, richtige Impulse an andere Hirnteile weiterzuleiten, wenn sie durch falsche Handnutzung irritiert sind ? Entsteht nicht vielmehr in der nicht dominanten Hemisphäre ein raumfordernder Prozess, der unterschiedlichste Auswirkungen auf das Gehirn und damit auf den menschlichen Körper hat - abhängig davon, welche Zentren des Gehirns am meisten von der Händigkeits-übernahme behindert werden ?

Jedes Gehirnteil, egal ob es das Gross-Klein-Zwischen- oder Mittelhirn ist, ist für bestimmte Funktionen verantwortlich.

?Ist es nicht vorstellbar, dass, wenn der Informationsfluss vom Grosshirn zum Zwischenhirn (Thalamus, Hypothalamus, Hypophyse, Epiphyse) gestört ist, Krankheiten wie Schilddrüsen-Funktionsstörungen, Nierenerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislaufstörungen, Essstörungen und Sexualhormonstörungen mögliche Folgen sein können ?

?Sind Unfruchtbarkeit bzw. Zeugungsunfähigkeit und Homosexualität die geringeren, Triebtäterhaftigkeit aber eine sehr schwerwiegende Folge einer Hypophysenstörung durch falsche Händigkeitsnutzung ?

?Sind Triebtäter deshalb nicht zu therapieren, weil die Ursache ihrer Störung nicht beseitigt wird ?

?Ist vor dem Hintergrund einer irritierten Hypophyse während und nach der Pubertät nicht die Null-Bock-Generation zu erklären ?

?Wenn das Mittelhirn nicht die richtigen Signale erhält, ist dann nicht die Frage berechtigt, ob Krankheiten wie Allergien, Rheumatismus, aber auch Tinnitus (Hörgeräusche), Hörsturz und Erkrankungen der Augen Folgen von Händigkeitsumschulung sind ?

?Wenn im fortgeschrittenen Alter Mittelhirn und Zwischenhirn durch jahrelange Fehlinformationen stark gestört sind, kann nicht dadurch das Parkinson-Syndrom entstehen und der gefürchtete Alzheimer genau hier seine Ursache haben ?

?Kann es nicht sein, dass die multiple Sklerose durch Händig-keitsumschulung entsteht, wenn die Impulse zum zentralen Nervensystem gestört sind ?

?Welche Rolle spielt die Raumforderung bzw. Unausgeglichenheit der Gehirnhälften beim Trigeminusnerv (zentraler Gesichtsnerv) 
 - welche Rolle spielt der Trigeminusnerv bei Zahnerkrankungen ?

?Wo kommen die Epilepsien, wo die Schlaganfälle her ?

?Wenn die Augenmuskeln beim Linkshänder andersherum angelegt sind (Blick von rechts > links), was passiert dann mit einem Muskelapparat, der mit Muskeln und Nerven für einen LH angelegt ist, aber überwiegend falsch belastet wird ?
Westdeutsche Zeitung 8.9.98
?Wenn unser Bewegungsapparat schon allein beim Fegen, Hämmern, Bohren usw. Bewegungsabläufe entgegen der angeborenen Anlage macht, können dann nicht Krankheiten wie Bandscheibenvorfall, HWS-Syndrom(= Hals-Wirbelsäule-Schulter-Syndrom)  und Ischialgien Folge von falscher Händigkeitsnutzung 
sein ?

Ich bin überzeugt davon, dass viele unserer Zivilisations-Krankheiten ihre Ursache in Umschulung bzw. nicht erkannter Händigkeit haben. Das Ausmaß der Umschulungsfolgen ist wahrscheinlich gar nicht einzugrenzen und genau zu beschreiben, da die Auswirkungen, je nach Anlage des Gehirns, bei jedem Menschen ganz individuell verschieden sind.

Da ich glaube, dass 50% unserer Bevölkerung Linkshänder sind, ca. 35% es aber nicht „wissen“, bringt niemand seine Krankheit mit falscher Handnutzung in Verbindung.
Für mich ergibt sich daraus die Folgerung, dass wir bei unseren Kindern auf die Händigkeit achten und sie respektieren und fördern müssen.

Die Meinung, dass sich Händigkeit erst mit ca. fünf Jahren entwickelt hat, ist auch in medizinischen Kreisen verbreitet. Ich glaube aber, dass sich Händigkeit, je nach Intelligenz und Beobachtungsgabe des Kindes bereits im Alter von 6-12 Monaten durch Abgucken bei den Eltern ergibt. 
Da früher generell umgeschult wurde, sind die eigentlichen Erkennungsmerkmale für Linkshändigkeit nicht bekannt. Links die Hand gegeben haben wir Linkshänder und umgeschulte Linkshänder als Kind doch alle, mit links die Stifte genommen auch, die Tür machen wir auch heute noch mit links auf; trotzdem sind einige unter den Linkshändern  „Rechtshänder“ .

Ich bin mir sicher, dass ein nicht erkannter oder umgeschulter Linkshänder nicht in der Lage ist, ein vermutlich linkshändiges Kind zu erkennen.

Heutzutage müssen Kinder frühzeitig feinmotorische Leistungen vollbringen, wie z.B. puzzeln, Perlen fädeln (da hilft und zeigt die „rechtshändige“ Mutter, wie man das macht) ab 1 ½ Jahren. Zähne putzen (auch hier hilft die Mutter und hält die Zahnbürste in der rechten Kinderhand) mit 1 bis 1 ½ Jahren. Am zweiten Geburtstag bekommen die Kinder dann beim Eierlauf und Topfschlagen Löffel und Kochlöffel in die rechte Hand gedrückt.

Geht so nicht bei linkshändigen Kindern der Bezug zur Händigkeit und damit zu sich selbst verloren ?
?Wenn Händigkeit so früh durch Abgucken oder frühzeitiges Umschulen falsch beginnt, können dann Neurodermitis, Infektanfälligkeit, Fieberkrämpfe, Polypen oder auch der juvenile Diabetes mellitus nicht der Beginn einer Krankheitskarriere des Linkshänders sein ?

Meiner Meinung nach müssen frühzeitig Tests, wie z.B. tonischer Nackenreflex zum Erkennen der dominanten Seite nach der Geburt und in den ersten 4 - 5 Monaten durchgeführt und im Vorsorgeheft vermerkt werden. Der Test mit dem Löffel in der Suppe scheint mir nicht ausreichend zu sein.

Sollte die linke Seite die dominante sein, muss Aufklärungsarbeit bei den Eltern geleistet werden, da auch unter jüngeren Eltern immer noch die Ansicht zu finden ist, dass Linkshändigkeit ein Fehler im Gehirn sei, der dadurch behoben wird, dass das Kind auf die rechte Hand umgestellt wird. Auch ist unter Eltern die Meinung zu hören, dass die „Nervenbahnen gestärkt“ werden, wenn ein Linkshänder mit rechts schreibt/zeichnet. Warum müssen dann die Rechtshänder nicht mit links schreiben, um so ebenfalls ihre „Nervenbahnen zu stärken“?

Vielleicht wird sich herausstellen, dass Linkshändigkeit normal und die Rechtshändigkeit ein ungeklärtes Phänomen ist ? Wenn ich bedenke, dass die Menschen bis 800 v.Chr. von rechts nach links geschrieben haben (und viele Schriftsprachen auch heute noch linksläufig sind), fange ich an zu glauben, dass der Mensch eine dominante Seite hat, nämlich die linke, die Herzseite, und dass die Rechtshändigkeit vielleicht durch einen genetischen Defekt entstanden ist.
Vielleicht hat die dominante linke Seite die kostbare Tinte gehalten, vielleicht war es schick, rechts zu schreiben, vielleicht ist so die Linkshändigkeit untergegangen ? Sicher war sich niemand der Bedeutung der Händigkeit bewusst.

In früheren Zeiten, wo nicht jeder schreiben konnte und die feinmotorischen Anforderungen sicher nicht so hoch waren wie heute, war die Frage der Händigkeit wahrscheinlich nicht so wichtig. Aber heute sind wir Menschen durch unsere höhere Lebenserwartung, die fortgeschrittene Technisierung und der dadurch geforderten Feinmotorik auf unsere richtige Handbenutzung angewiesen.

Leider gibt es auch heute immer noch zu wenig Geräte und Maschinen für LH, sodass ein LH seine Händigkeit gar nicht voll leben kann. Der Gedanke dass umgeschulte LH rechtshändige Maschinen für umgeschulte LH konstruieren, mutet grotesk an. So hat auch der nicht umgeschulte LH kaum eine Chance, gesund zu bleiben.

Der Mensch kann immer krank werden, aber ich glaube, der umgeschulte LH wird selten gesund durch’s Leben gehen, da er seine Händigkeit im Lauf seines Lebens allein schon mit dem Preis einer Brille bezahlt.

Abschliessend noch einmal ein Blick in die Vergangenheit und folgende Fragen:

Warum starb der LH Mozart so früh ? Herzinfarkt ? (oder doch Mord durch den eifersüchtigen Konkurrenten Salieri ?)

Warum wurde der LH Beethoven taub ?

Haben sie mit der rechten oder linken Hand geschrieben ?
Reicht es aus, ein rechtshändiges Instrument zu spielen, um einen cerebralen Prozess in Gang zu setzen ?

Warum wurden Bach und Händel blind, Smetana taub ? Waren sie umgeschulte LH ?
Warum war der LH Schumann gemütskrank und starb in geistiger Umnachtung ?

Warum war der LH van Gogh gemütskrank und psychisch so fertig, dass er sich sein Ohr abschnitt und sich später erschoss ?

Schrieben sie mit links oder mit rechts ?

Ist der schmale Grat zwischen Genie und Wahnsinn die Händigkeit ?



Maria Rehbein, geb. Meyer, 42 Jahre, Pseudorechtshänderin nach Umschulung der Händigkeit im Alter von 1 ½ Jahren.
Depressionen, Nierenfunktionsstörung, Magersucht, HWS-Syndrom rechts, Hörgeräusch, Zahnwurzelerkrankungen, Psychotherapien.
Im März 1998 angefangen, links zu schreiben. Seitdem positiveres Lebensgefühl..

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